Unter Müttern. Über Mutter-Kind-Kuren

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Drei Wochen all inclusive, mit Massagen, Sportprogramm, Kinderbetreuung, Freizeitangeboten, ärztlicher Versorgung und psychologischer Unterstützung für 220 Euro. Wer berufstätig ist, bekommt diese 3 Wochen sogar zusätzlich zum Jahresurlaub, denn sie gelten als Krankschreibung. Der Hammer!

Man glaubt es kaum, aber das bieten die deutschen Krankenkassen, und es nennt sich Mutter-Kind-Kur. Wird bewilligt, wenn Frau entsprechende Atteste vom Arzt vorlegt und sich durch die Formulare der Krankenkasse arbeitet. Aber den Aufwand macht man doch gerne für DIE Leistung, oder?

Und wer kriegt so eine Kur?

Mütter, die fix und fertig sind. Fix und fertig von Alltag, Job, Haushalt, Kinder. Manche Frauen bringen noch eigene körperliche Symptome mit, aber bei den meisten liegen tiefgreifende chronische Erschöpfung, Anpassungsstörungen, Burn out, Schlafstörungen, Belastungsstörungen etc. vor. Das Müttergenesungswerk hat die Kuren erfunden, um die Frauen aus dem Hamsterrad des Alltags heraus zu holen, Symptome zu lindern und hilfreiche Angebote zu machen, die die Frauen darin unterstützen sollen, künftig mit ihren Belastungen besser klar zu kommen.

Man könnte auch sagen: die Kuren flicken die Mütter soweit zusammen, dass sie wieder 2-4 Jahre funktionieren. Denn alle 4 Jahre gibt es so eine Kur, viele Krankenkassen gewähren bei „außergewöhnlichen“ oder „neu hinzugekommenen“ Belastungen auch alle 2 Jahre eine Kur.

Und warum sind die Mütter so im Arsch?

Das hat strukturelle, gesellschaftliche und politische Gründe. An denen wird aber nicht so gerne was geändert. Man könnte die Betreuungssituation verbessern, man könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, man könnte das Steuerrecht für unverheiratete Paare und Alleinerziehende gerechter gestalten, man könnte präventiv Haushaltshilfen verordnen, man könnte bessere Netzwerke für Familien spannen, man könnte bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen, man könnte Familienzeit einführen, man könnte Unterhaltspreller verknacken, man könnte pflegende Angehörige entlasten – ach, man könnte so viel, und es würde so sehr helfen!

Statt dessen hetzen die Frauen sich kaputt und werden alle paar Jahre liebevoll wieder aufgepäppelt, aber das ist ja auch schön.

Weil die Zeiten moderner werden, gibt es inzwischen auch Vater-Kind-Kuren und sogar Vater-Mutter-Kind-Kuren. Das ist toll. Noch toller wäre es, wenn nicht nur die Mütter, sondern die ganze Familie nicht regelmäßig vom eigenen Familienleben so im Arsch wäre, dass sie komplett zur Kur muss.

Aber so ist es nun mal, und so mache ich mein Ding daraus: ich engagiere mich einerseits für eine Verbesserung der Situation von Familien und speziell von  Alleinerziehenden. Und ich fahre andererseits so oft in Kur wie es geht, weil auch ich so tierisch erschöpft bin, dass ich regelmäßig zusammen klappe. Hier drei Monate Schwindel, dort 3 Monate Tinnitus, was meinem Körper halt so einfällt, wenn er nicht mehr kann. Ich würde sehr viel lieber meinen Alltag und mein Leben mit den Kindern besser gebacken kriegen, als alle 2 Jahre im Schwarzwald Unterwassergymnastik zu machen, aber so ist es halt.

Und deshalb fahre ich bald wieder in Kur, zum dritten Mal in den letzten 6 Jahren. Ich bin nämlich alleinerziehend, habe eine eigene orthopädische Geschichte mit versteifter Wirbelsäule und entfalte regelmäßig oben genannte Erschöpfungssymptome. Meine Kinder sorgen für zusätzlichen Input bei den Attesten, und so kommt bei uns alle zwei Jahre „was neues hinzu“, wie meine Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse erfreut feststellte.

Und dann? Wohin?

Es gibt Krankenkassen die schicken die Frauen in eine bestimmte Klinik. Ich hab das umgekehrt gemacht: ich hab mir eine Klinik gesucht, gefragt ob der Platz zu meinem Wunschzeitraum frei ist und habe dann genau diese Klinik zu diesem Zeitpunkt in den Antrag der Krankenkasse geschrieben. Die Krankenkasse hat dann gesagt: Nö, zu teuer, such Dir was anderes aus, was aus unserm Katalog. Ich hab dann gesagt: Nö, ich will dahin und nirgends anders! Weil die Klinik aus diesen und jenen Gründen genau richtig für mich ist. Und dann haben die das bewilligt, irre!

Ob das bei allen so geht? Keine Ahnung, aber es gibt Beratungsstellen für Mutter-Kind-Kuren, einfach mal hingehen.

Und wie hab ich die richtige Klinik gefunden?

Ich hab den Tipp gekriegt, dass die Häuser in Caritas-Trägerschaft ziemlich gut sein sollen. Dann noch bissl googeln, in Foren lesen, andere Frauen fragen. Bei der ersten Kur ist das voll in die Hose gegangen, beim zweiten Mal war’s super.

Beim ersten Mal wollte ich halt unbedingt ans Meer, auf eine autofreie Insel. Spitzenidee, wenn man in Stuttgart wohnt, sind ja bloß 8 Stunden mit dem Zug, samt Kindern und Gepäck. Die Insel Wangerooge war wunderschön, die Klinik nicht. Später habe ich erfahren, dass das Haus zu der Zeit (2013) ohne Leitung war und entsprechend chaotisch war’s dort, aber das kann ja mal passieren. Also haben die Kinder und ich die drei Wochen auf der Insel genossen, sind viel Fahrrad gefahren, haben heißen Kakao am kalten Strand (es war März) getrunken und hatten viel Zeit für uns, bar jeglichen Konzeptes einer Mutter-Kind-Kur, aber sei’s drum.

Beim zweiten Mal hab ich mir die S-Klasse unter den Mutter-Kind-Kliniken rausgesucht, das Caritas-Haus am Feldberg, in 2 Stunden zu erreichen. Hammer, der Laden! Keine Ahnung, was die ihren Mitarbeitern geben, aber ich habe noch nie so nette, freundliche, kompetente und motivierte Menschen getroffen, von der Küchenfee über die Anheizerin bei der Unterwassergymnastik bis zu den Erziehern. In allen Abteilungen gut aufgehoben, wirklich toll! Das Ganze im Ronja-Räubertochter-Schwarzwald, wunderschön.

Und was macht man so bei einer Mutter-Kind-Kur?

Tja, es gibt Anwendungen für die Mütter und Betreuung für die Kinder. Ich hab’s in beiden Kuren so gehalten, dass ich möglichst wenig Anwendungen habe, denn für mich ist es die größte Erholung, wenn ich einfach nur viel schlafe und esse, an die frische Luft gehe und Zeit mit meinen Kindern verbringen kann. Es gibt für alle eine Eingangsuntersuchung, darauf basierend gibt’s eine Programm mit Anwendungen. Mit diesem Heftchen stiefel ich dann ins Sekretariat und lasse 2/3 streichen, denn ich bin ja in Kur, nicht auf der Arbeit. So mache ich das, aber das kann ja jede machen wie sie mag. Es gibt Massagen (niemals Massagen streichen!), Gesprächsgruppen (kann man sich ja mal angucken), Gymnastik mit und ohne Wasser, Psycho-Einzelgespräche, Mutter-Kind-Interaktion (sehr lustig!), Kochkurse und kreative / meditative Angebote und was weiß ich. Ich hatte sogar Physiotherapie wegen der Schrauben in meinem Kreuz.

Die Kinder werden altersgemäß in Gruppen zur Betreuung eingeteilt. Wer in seinem Bundesland Ferien hat, geht in die Betreuung, die anderen zur Schule. Ja genau: Schule! Dieses Haus am Feldberg hat eine staatlich anerkannte Klinikschule. Die Kinder bringen Material von ihrer Heimatschule mit und bearbeiten es dort, außerdem gibt eigenen Unterricht vom Haus. In dieser Klinik gibt es nämlich auch eine Reha für unbegleitete Jugendliche und deshalb haben die da die komplette Logistik für große Kinder. Das ist echt toll, denn viele Kliniken nehmen Kindern nur bis 12 Jahren auf, hier jedoch können alle mit und sind super betreut und beschäftigt. Es gibt Geo-caching, Klettern am Berg, viel Sport, Yoga, Ausflüge und Kreativ-Angebote. Und in allen Altersklassen viele andere Kinder. Meine Kinder sind es gewohnt, betreut zu werden, und gehen freundlicherweise gerne in solche Gruppen, aber sie sind ja inzwischen auch schon 10 und 12. Mütter mit sehr kleinen Kindern hatten da ganz anderen Stress während der Kur. Ich lege die Kur immer extra so, dass möglichst viel Schulferien dabei sind, dann verpassen die Kinder zu Hause nicht so viel und in der Kur haben sie auch Urlaub.

Für meine Kinder und mich ist eine Kur echte Qualitätszeit! Wir haben frei und Zeit für uns, und das genießen wir sehr. Was von der Klinik selber geboten ist, ist da fast nebensächlich. Schön ist es natürlich, wenn wir uns in dem Haus wohl fühlen und nicht durch die Kur noch Stress verursacht wird. Das war beim ersten Mal leider so, bis ich es einfach ignoriert habe und die Kur gedanklich von „Kur“ zu „Urlaub“ umgebucht habe. Im Schwarzwald am Feldberg ist es auch für mich wirklich eine Kur, weil die paar Anwendungen, die ich mir raus suche, mir auch wirklich gut tun. Und den Kindern ihre auch.

Was uns nervt, ignorieren wir einfach. Dass zum Beispiel jeden Abend nacheinander zwei Filme für die Kinder gezeigt werden in einem offen zugänglichem Raum. Soviel Glotze war selten, und ich hab mich anfangs tierisch drüber aufgeregt. Denn viele Mütter haben ihre Kinder einfach chips-fressend vor die Glotze gepflanzt, um in Ruhe rauchen zu gehen, total bescheuert! Aber irgendwann hatten meine Kinder gar keinen Bock mehr auf diese Filme in so ätzender Atmosphäre und sind lieber bis zur Dunkelheit durch den Wald gerannt. So lange, dass es mir am Ende fast lieber gewesen wäre, sie säßen sicher vor der Glotze.

Oder dass bei der Begrüßungsrunde eine Frau sagt, dass sie völlig damit überfordert ist, ihr eines Kind (5) mit Hilfe ihrer nebenan wohnenden Eltern zu betreuen, nicht zu arbeiten, ihrem Mann die Hemden zu bügeln und auch noch das Moos zwischen den Gartenplatten zu entfernen. Ich weiß, persönliche Belastungsgrenzen sind sehr verschieden, aber da kommt meine Empathie schnell an ihre Grenzen und ich übe mich verzweifelt im Klappe-halten. Sehr anstrengend, aber Klappe-halten-Üben ist ja auch mal gut, für mich allemal.

Dieses Mal hab ich die Schwerpunkt-Kur für Alleinerziehende erwischt. Da gibt’s keine besonderen Anwendungen (Alleinerziehenden-Massagen?), aber es sind eben vorwiegend Alleinerziehende da, womit die Anzahl der Burn-Out-Ladies durch Moos-Entfernen sich in Grenzen halten dürfte. Und hoffentlich auch die Tipps zur Haushaltsführung und Selbstoptimierung. Denn natürlich sind die Träger der Kuren daran interessiert, dass die Frauen bitte mal länger als 2 Jahren durchhalten. Drum will man ihnen beibringen, wie sie noch mehr aus sich heraus holen und noch besser alles organisieren können. Löblicher Ansatz, aber bei Alleinerziehenden vergebliche Liebesmüh. Da gibt’s nix zu optimieren. Ich kenne keine effektiveren Menschen als Alleinerziehende, denen ist nix mehr beizubringen. Da wärs eher an der Zeit, Strukturen zu ändern, siehe oben, aber wem sag ich das?

Und die anderen Mütter?

Da ich im restlichen Leben permanent kommuniziere und vernetze, bin ich nicht sonderlich wild drauf, Freundinnen zu finden, lange Gespräche zu führen und mich auszutauschen. In der letzten Kur war ich jeden (!) Abend mit den Kindern um 21 Uhr im Bett, habe 1,5 Stunden Harry Potter vorgelesen und dann haben wir geschlafen. Aber jede wie sie mag: andere Frauen haben stundenlang in der Teeküche gequatscht, ihr Leben besprochen und Freundschaften fürs Leben geschlossen. Und das ist ja auch schön, aber eben nicht so meins, ich bin ja eher der stille Typ (haha).

Unter so vielen Müttern ist es allerdings auch oft anstrengend, den jede hat ihr eigenes Erziehungskonzept, und nicht jedes ist gut auszuhalten, auch nicht aus der Ferne. Da sind die Chips-Kinder vor der Glotze noch die harmloseren Fälle. Warum viele Frauen am 2. Kurtag mit Plastiktüten beladen vom Lidl kamen, hab ich anfangs gar nicht begriffen: in der Klinik gibt’s doch was zu essen? Ach so, aber eben keine Chips, Cola etc. Andere Mütter schnauzen ihre Kinder an, dass man sich schützend dazwischen werfen möchte. Andere betütern ihre Kinder dermaßen, dass man sie anschreien will „jetzt lass doch mal das Kind in Ruhe!“. Da ist wieder Klappe-halten-Üben angesagt, aber man sieht eben auch mal, dass das Leben nicht aus den eigenen Wertvorstellungen und der eigenen Filterblase besteht. Und so erweitern die Kinder und ich unseren Horizont ob der Vielfalt menschlicher Persönlichkeiten. Ob wir uns in der Kur mit anderen zusammentun für eine kleine Wanderung oder einen Ausflug zum Freibad, dürfen wir ja gottlob selber entscheiden.

Für meine Kinder und mich ist so eine Mutter-Kind-Kur die pure Erholung, aber es kann leider auch ganz anders laufen. Wenn ein Kind krank wird zum Beispiel. Blöder noch: ansteckend krank. Dann hockt man mit dem Kind in Quarantäne auf dem Zimmer, um den Rest der Klinik nicht zu infizieren. In meiner ersten Kur ist eine Mutter nach 10 Tagen Quarantäne abgereist, ohne eine einzige Anwendung oder auch nur einen normalen Kur-Tag gehabt zu haben. Die Arme! Manche Mütter haben sehr kleine Kinder, die nicht in die Betreuung wollen. Die schlecht schlafen. Die die Essensräume in eine Arena verwandeln. Ich würde sogar behaupten, dass eine Kur erst mit Kindern ab ca. 5 Jahren erholsam ist, aber da ist ja jedes Kind und jede Mutter anders.

Richtig schlimm fand ich nur die Frauen mit dem absoluten Service-Anspruch. Die, die jeden Tag an der Rezeption stehen und was zu meckern haben. Denn hey: Ihr kriegt das hier faktisch geschenkt, und das ist kein Hotel, sondern eine Klinik!

Drei Wochen unter Müttern zu sein, ist vielleicht die größte Herausforderung an der Kur, aber ich finde es insgesamt eine großartige Sache und ich werde es für mich nutzen, so lange wie ich es brauche und darf. Und anderem, damit ich weiter die Kraft habe, mich für eine Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen zu Gunsten von Familien und besonders Alleinerziehenden zu engagieren, damit es diese Kuren nicht mehr braucht.

*****

Diesen Text will ich seit 2 Jahren schreiben. Nun hat Cosima Stawenow von der Landfamilia die Blogparade „Meine Kur“ gestartet und ich bin dabei.

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Unter Müttern. Über Mutter-Kind-Kuren

48 Stunden alleinerziehend

Ein Fernsehsender hat mich gefragt, ob ich im Rahmen eines neuen Formates für 2 Tage nach Berlin kommen würde, um mit einem Bundespolitiker über Themen zu diskutieren, die mir am Herzen liegen. Coole Sache, hab ich gedacht! Und dann: wie in aller Welt soll ich das organisieren? Vollzeit arbeitend mit zwei Schulkindern, mitten in der Woche? Wissen dieser Fernsehsender und dieser Bundespolitiker überhaupt, was das für mich für ein Aufriss ist, 48 Stunden meinen Alltag zu verlassen? Nein, woher sollten sie.

Die allerwenigsten Menschen wissen, wie der Alltag von Alleinerziehenden eigentlich aussieht. Es gibt Studien und Bücher, und es gibt viele Blogs mit vielen Texten zum Alltag Alleinerziehender, aber es ist schwer, sie auf einen Blick zusammen zu fassen. Deshalb starte ich hiermit die Aktion #48stundenalleinerziehend. Gerade jetzt, wo der Bundestags-Wahlkampf beginnt und sämtliche Parteien die Familienpolitik wieder für sich entdecken, sollten Vertreter von Politik, Medien und Wirtschaft erfahren, wie der Alltag von Alleinerziehenden real aussieht. Denn Absichtserklärungen gibt es viele, konkrete Konzepte hingegen wenige, und mir ist noch lange nicht klar, welche Partei sich wirklich und nachhaltig für eine Verbesserung der Lebensbedingungen Alleinerziehender einsetzt. (Dazu gibt es den sehr lesenswerten Text von Rona Duwe: 1,6 Millionen Wählerinnen sind ratlos).

Unter dem Hashtag #48stundenalleinerziehend soll es Protokolle von 2 Tagen im Alltag Alleinerziehender geben, um alle, die sich für uns einsetzen wollen, zu inspirieren, so dass ihren guten Ideen auch gute Taten folgen können. Alle, die sich nicht für die Situation Alleinerziehender engagieren, aber politische Entscheidungen gestalten, können sich anhand dieser Texte fragen, warum sie glauben, dass diese 1,6 Millionen Menschen keine besondere Unterstützung brauchen.

Ich freue ich über jeden Text alleinerziehender Mütter und Väter! Bitte hier in den Kommentaren verlinken und im Text einen Link auf diesen Text hier setzen, noch den Hashtag dran und überall posten: spread the world, zusammen sind wir unübersehbar! Ich werde in 4 Wochen (die Aktion läuft bis 9. Mai) eine Zusammenfassung mit Linksammlung schreiben, die man dann bei jeder Gelegenheit aus dem Ärmel schütteln kann. Falls mal wieder jemand fragt, ob man mal eben für 2 Tage nach Berlin kommen kann. Oder warum man nicht mit ins Kino kommt. Oder warum Alleinerziehende sich nicht intensiver für ihre Rechte engagieren und überhaupt immer so müde sind.

Hier sind meine #48stundenalleinerziehend:

4. April
6.21 Uhr: Radio geht an
6.28 Uhr: Wecker klingelt
6.35 Uhr: Ich stehe auf, wecke die Kinder mache Kaffee. Am Küchenfenster rufe ich die Katzen.
6.45 Uhr: 2. Runde Wecken, ich fange an Brote zu schmieren, die Kinder trudeln verpennt in der Küche ein, wir frühstücken, reden ein bisschen, hören Radio. Am Fenster tauchen die Katzen auf, ich lasse sie rein und füttere sie.
6.55 Uhr: Der Sohn geht sich anziehen und ins Bad: er hat bis 7.10 Uhr Badezimmerzeit. Ich bereite die Vesperdosen vor, schneide Obst
7 Uhr: Die Tochter geht sich anziehen und um 7.10 Uhr ins Badezimmer
7.10 Uhr: Ich sitze im Flur mit meinem Kaffee, bespreche mit dem Sohn nochmal kurz den Tagesablauf, er zieht sich Jacke und Schuhe an, schnappt sich den Ranzen, nimmt den Müll mit raus und geht zur Schule
7.15 Uhr: Ich bespreche mit der Tochter den Tagesablauf, sie zieht sich Jacke und Schuhe an und verlässt um 7.20 Uhr die Wohnung
7.20 Uhr: Ich räume das Frühstück auf und decke den Tisch fürs Mittagessen. Ich ziehe mich an, gehe ins Bad, lüfte die Wohnung. Gehe in den Garten, pflücke Löwenzahn und versorge damit den Hasen im Auslauf draußen sowie die Schildkröten und die Zwerbartagame in ihren jeweiligen Terrarien.
7.35 Uhr: Ich verlasse die Wohnung und fahre mit dem Rad zur Arbeit
7.40 Uhr: Ich will mir auf der Arbeit einen Kaffee machen, aber ein Nutzer hat am

Kaffeemaschine nicht ausstellen
Elementar für Alleinerziehende: Kaffeemaschine nicht ausstellen!

Vorabend im Übereifer die Kaffeemaschine ausgestellt. Diese fetten Gastro-Maschinen stellt man nur aus, wenn sie 14 Tage nicht benutzt werden, nun braucht sie eine halbe Stunde zum Hochfahren. Ich ärgere mich, gehe ohne Kaffee ins Büro und fange an zu arbeiten.
8.15 Uhr: Die Putzfrau kommt, wir quatschen über die Kinder, weil wir beide unsere 4. Klässler heute auf dem Gymnasium anmelden müssen. Ich räume die Stühle im Café weg, sie putzt, ich mache mir endlich Kaffee.
9.45 Uhr: Die ersten Teamkollegen trudeln ein, ich habe bereits 2 Stunden konzentrierte Büroarbeit hinter mir
10.30 Uhr: Teamsitzung, wir besprechen die anstehende Woche
12 Uhr: ich hole mir beim Bäcker ein Brötchen, heute gibt’s keine Mittagspause denn, um
13.40 Uhr verlasse ich die Arbeit, radel den Berg hoch nach Hause, brate schnell Maultaschen und Ei an.
13.55 Uhr: Die Tochter kommt nach Hause, wir essen, sie jammert dass sie keine Lust hat, jetzt schon mitzukommen zur Schulanmeldung des Sohnes. Ok, wir besprechen, dass sie um 15.15 Uhr mit dem Bus nachkommt, denn der Kinderarzt ist direkt neben der Schule
14.15 Uhr: Ich nehme den kleinen Stapel Unterlagen, den ich nach einem Check auf der Website der Schule vorbereitet habe: Zeugnisse und Ausweis vom Sohn, außerdem Grundschulempfehlung und Anmeldung für die weiterführende Schule. Für den Kinderarzt Impfpässe, Vorsorge-Hefte und ein Blanko-Formular der Krankenkasse. Ich laufe ich den Hort und hole um
14.20 Uhr den Sohn ab. Wir fahren mit S- und U-Bahn zu seinem hoffentlich zukünftigen Gymnasium, das in einem anderen Stadtteil liegt. Das hat er sich ausgesucht und will dort unbedingt mit seinem Freund zusammen hin.
14.55 Uhr: Wir sind am Gymnasium, ein schöner alter Bau, und gehen zur Anmeldung. Ich fülle Formulare aus und wir gehen ins Sekretariat. Ich erfahre, dass getrennt lebende Eltern ein zusätzliches Formular mit der Einverständniserklärung des anderen Elternteils benötigen. „Das steht aber nicht auf Ihrer Homepage“, wundere ich mich. „Nicht?“ wundert sich ebenfalls die Sekretärin. „Nö, aber das könne Sie ja mal nachbessern“. Gleich mal beliebt machen bei der Schule. Immerhin kann diese Erklärung nachgereicht werden. Wir werden zur Rektorin geleitet für das Beratungsgespräch. Der Sohn will in den französisch-bilingualen Zug, da muss er gute Noten und eine Empfehlung fürs Gymnasium nachweisen und ich muss bescheinigen, dass mir klar ist, dass dieser Zug eine besondere Herausforderung an das Kind darstellt. Das weiß ich, der Sohn weiß es auch, wir haben uns zusammen die Homepage durchgelesen, er war beim Infotag und ich beim Elternabend. Die Rektorin ist sehr nett und erklärt nach 5 Minuten, dass der Sohn hiermit eine feste Zusage hat. Das Kind strahlt übers ganze Gesicht und platzt schier vor Glück: wie schön! Wir freuen uns beide total und verlassen beschwingt die Schule.
15.10 Uhr: Wir sind viel zu früh fertig, der Kinderarzt-Termin direkt nebenan ist um 16.15 Uhr, die Tochter wird erst in einer ¾-Stunde mit dem Bus aufkreuzen. Ich nutze die Zeit und rufe die Werkstatt an, die sich meinen neuen Elektroroller anguckt. Der hat nach 90km den Geist aufgegeben. Die Werkstatt findet keinen Fehler und rät zu einer anderen Werkstatt, mit Elektrorollern kennt sich halt niemand aus. Das muss ich später organisieren Wir schnappen uns ein Car2Go, fahren runter in den Stadtteil und kaufen uns zur Feier des Tages 3 fette Erdbeerkuchen-Schnitten, fahren den Hügel wieder hoch und setzen uns an der Bushaltestelle in die Sonne. Wir essen den Kuchen und ich checke auf dem Smartphone berufliche Mails, weil ich so früh aus dem Büro weg musste.
16 Uhr: Die Tochter kommt mit dem Bus an, wir laufen zum Arzt und warten dort eine weitere ¾-Stunde. Die Tochter futtert ihren Erdbeerkuchen und wir langweilen uns ausgiebig.
16.45 Uhr: Beratungsgespräch zum Impfen. Wir hatten zwischendurch mal den Kinderarzt gewechselt und sind nun bei diesem zurück, er ist einfach der beste. Impfkritisch, aber er impft. Sehr dosiert und überlegt. Wir besprechen die Vorgehensweise bis zur Jugenduntersuchung der Kinder. Die Tochter ist sehr interessiert, der Sohn schläft schier ein. Ich bitte ihn noch, das Attest für die Tochter auszufüllen, wir wollen ein Upgrade für sie vom Begleitkind zum Kurkind bei der anstehenden Mutter-Kind-Kur. „Und der Sohn?“, fragt der Arzt. „Der hat bei besten Willen nix“ – wir lachen und verlassen die Praxis.
17.15 Uhr: Wir stellen fest, dass auf dem Rückweg von dem neuen Gymnasium die beste Eisdiele der Stadt liegt, und steigen spontan wieder aus der Bahn. Es gibt Limette-Minze-Eis, der Hammer! Wir essen unser Eis, blicken runter auf die Stadt und die Tochter sagt, wie schön es sei, wenn wir mal was zusammen machen. Und ich stelle fest, wie selten wir sowas Nettes zusammen machen.
17.30 Uhr: Wir fahren nach Hause, mit Umsteigen und Bus im Feierabend-Verkehr einmal quer durch die Stadt. Gottseidank ist die Hygieneschulung auf der Arbeit um 18 Uhr abgesagt worden, das wäre ganz schön knapp geworden! Dadurch konnte ich auch den bereits gebuchten Babysitter für heute Abend absagen.
18.15 Uhr: Endlich zu Hause! Die Kinder machen ihre „Medienzeit“, sprich: kleben am Smartphone und spielen subway surfers (Sohn) oder gucken youtube-Filmchen (Tochter). Ich falte Wäsche, schmuse mit den Katzen und bereite das Abendessen vor.
18.50 Uhr: Wir essen und unterhalten uns über den Tag. Der Sohn ist immer noch selig, dass er die Zusage der Schule hat, die Tochter erzählt von ihrem Schultag.
19.25 Uhr: Die Kinder gucken auf Kika purplus, ich räume die Spülmaschine ein und stelle sie an, decke den Frühstückstisch und schaue nochmal in die Mails. Dann gucke ich mit den Kindern die Kindernachrichten
20.10 Uhr: Fernsehende. Ich schicke die Kinder zum Umziehen und Zähneputzen und lasse alle Rollläden runter. Die Kinder schmusen aber noch miteinander auf dem Sofa, Quatschen und Toben. Ich überlege und entscheide dann, dass ich sie lasse, es sieht sehr friedlich aus. Ich bitte sie, sich in den nächsten 10 Minuten bitte bettfertig zu machen, gerne noch zu lesen und um 21 Uhr das Licht auszumachen. Keine Ahnung ob‘s klappt, ich schätze schon, zudem will die Tochter noch duschen. Ich gehe jetzt jedenfalls um
20.25 Uhr: zum Elternabend im Hort. Zu Hause scheint alles friedlich, zumindest ruft mich niemand an.
22.30 Uhr: Der Elternabend geht zu Ende, wir bleiben noch zusammen sitzen und planen eine große Abschiedsparty, denn im September werden drei Familien, darunter wir, die ElternKindInitiative verlassen, nach 10 Jahren! Die Kinder waren seit ihrem 1. Jahr in dieser Einrichtung. Nach ein paar Bier in geselliger Runde gehe ich um
23.30 Uhr nach Hause. Viel zu spät! Aber es war so nett. Zu Hause gucken, ob alle im Bett liegen, die Brotbackmaschine anstellen, die Katzen in die Nacht hinaus lassen
24 Uhr Licht aus.

5. April
6.21 Uhr: Radio geht an
6.28 Uhr: Wecker klingelt
6.35 Uhr: Ich stehe auf, wecke die Kinder mache Kaffee. Am Küchenfenster rufe ich die Katzen.

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6.45 Uhr Frühstück

6.45 Uhr: 2. Runde Wecken, ich hole das frische Bot aus der Brotbackmaschine und fange an, Brote zu schmieren, die Kinder trudeln verpennt in der Küche ein, wir frühstücken, reden, hören Radio. Am Fenster tauchen die Katzen auf, ich lasse sie rein und füttere sie. Der Sohn sagt, dass er nochmal in sein Heft gucken will, weil er heute einen Test schreibt, und mir fällt vor Schreck das Brot aus der Hand: Der Schulranzen! Der steht im Hort, ich hab ja den Sohn gestern dort abgeholt und wir sind gleich los zur Schulanmeldung. Den Ranzen wollte ich abends vom Elternabend mitbringen, hab das aber vor lauter Party-Planen vergessen. Ich Depp! Der Sohn wird kurz sehr nervös, ich tröste ihn, ziehe mich blitzschnell an, flitze raus, schwinge mich auf’s Rad und hole den Ranzen. Gut, dass in einer ElternKindIni alle Familien einen Schlüssel haben!
7.05 Uhr: Ich bin wieder da, fix und fertig, der Sohn glücklich. Er zieht sich an und tschüss. Die Tochter zieht sich an und tschüss.
7.20 Uhr: Alle weg, ich gehe ins Bad, ziehe mich an und räume die Spülmaschine aus und die Küche auf, lüfte die Wohnung, drehe meine Haustier-Runde und rufe die nächste Werkstatt an: ja, ich kann den Roller heute bringen. Schicke dem Kollegen eine SMS, ob er heute mit seinem VW-Bus zur Arbeit kommen kann. Ich decke den Mittagstisch, schneide Gemüse und Rohkost und lege der Tochter einen Zettel hin, was und wie sie sich Mittagessen kochen kann.
8 Uhr: Auf der Arbeit und heute gibt’s als erstes den Kaffee. Der Kreislauf-Schock mit dem Ranzen sitzt mir noch im Nacken. Ich arbeite und gegen 9.45 Uhr kreuzen die Kollegen auf. Kurze Besprechungen und um 10.30 Uhr fahren wir zu der einen Werkstatt, laden meinen Roller ein und fahren zur nächsten Werkstatt. Hoffentlich klappt es dieses Mal! Auf dem Rückweg wird mir fast schlecht vor Hunger: ich habe noch nix gegessen heute.
11.30 Uhr: Ich hole mir ein belegtes Brötchen beim Bäcker und arbeite. Ab 14 Uhr immer wieder der Blick auf Uhr und Handy, denn ab jetzt ist die Tochter alleine zu Hause. Sie meldet sich aber nicht, also scheint alles ok zu sein, fast schon ungewöhnlich.
15.30 Uhr: Noch eine längere Besprechung mit den Kollegen.
16.30 Uhr ruft der Sohn aus dem Hort an, ob sein Freund ihn heute besuchen darf? Bissl ungünstig, denn wir sind noch um 17 Uhr beim Friseur verabredet, aber der Freund kann ja mitkommen.
16.40 Uhr: Der Sohn ruft nochmal an, dass aus der Verabredung nix wird und dass er jetzt nach Hause geht. Ich erinnere ihn nochmal an den Friseur-Termin
16.45 Uhr: Mir fällt ein, dass ich vergessen habe, die Schuhe zum Schuster und die Hose zum Schneider zu bringen. Mist, also muss ich das morgen machen. Einkaufen muss ich glaub ich nicht, alles noch da.
16.55 Uhr: Ich gehe zum Friseur und treffe dort meinen Sohn, der bereits dran ist und seine Matte verliert. Er hat mit der Friseurin schon alles besprochen.
17.30 Uhr: Wir gehen nach Hause, da sitzt die Tochter auf dem Sofa und macht Hausaufgaben. Vor ihr 3 Apfelreste – da hätte ich doch nochmal einkaufen müssen, aber jetzt gehe ich nicht mehr los. Der Sohn füttert seine Zwergbartagame mit lebenden Heuschrecken, die Tochter hat sich bereits um Hase und Kröten gekümmert.
17.40 Uhr: Wir sitzen alle auf dem Sofa, die Tochter mit ihrem Englisch, der Sohn mit dem Smartphone und ich sacke in einen Sekundenschlaf. Ich bin so müde! Und so froh, dass ich den Abend-Termin, den ich heute Abend hätte (eine ziemlich tolle Lesung mit großartigen Autoren, seufz) an die Kollegin abgegeben habe. Dann hätte ich zwar heute nur bis 14 Uhr gearbeitet, aber JETZT los gemusst und wäre nicht vor 23 Uhr zu Hause gewesen. Dafür werde ich Freitag und Samstagabend Konzerte bis in die Nacht betreuen, aber da kann ich wenigstens am nächsten Tag ausschlafen
18.15 Uhr: Ich raffe mich auf, gehe in die Küche und räume die Mittagessen-Spuren der Tochter weg und bereite das Abendessen vor. Es gibt Pfannkuchen und ich koche gleichzeitig Kartoffeln, weil die Tochter morgen ein Mittagessen mit in die Schule nimmt.
18.45 Uhr: Wir essen und unterhalten uns über die Nachrichten: Giftgas-Angriff in Syrien, schlimm!
19.25 Uhr: Die Kinder gehen Fernseh gucken, ich räume die Küche auf, stelle die Spülmaschine an und decke den Frühstückstisch.
20.10 Uhr: Fernsehende. Der Sohn wird Duschen geschickt und es klappt beim ersten Anlauf, yeah. Ich sammel Wäsche ein und stecke sie im Keller in die Waschmaschine. Räume das Wohnzimmer auf und gehe zum Sohn, der nach dem Duschen statt ins Bett ins Lego versunken ist.
21 Uhr: Schicke ihn ins Bett, krabbel hinterher und wir schmusen. „Kannst Du mir noch die Zehnägel schneiden?“ Klar, wieder rauskrabbeln (er schläft in einer Höhle), Schere holen, Krallen stutzen, wieder schmusen, gute Nacht. Zur Tochter ins Hochbett klettern, sie erzählt mir von ihren Stunden am Nachmittag, in denen sie allein zu Hause war. Sie hat sich Essen gekocht, ihr Zimmer aufgeräumt, die Haustiere versorgt und dann „bin ich ein bißchen im Wald spazieren gegangen, das war total schön“. „Du bist WAS??“ schreit es in mir, aber tatsächlich versuche ich, ihre Freude an frischer Luft und an einem Waldspaziergang nicht zu dämpfen, gleichwohl meine 12jährige dezent darauf hinzuweisen, bitte nicht zu tief in den Wald zu gehen und bitte das Handy mitzunehmen. Puh! Noch ein bisschen schmusen, gute Nacht. Wie ist es jetzt
21.40 Uhr geworden? Ich gehe nochmal in den Keller und stecke die Wäsche in den Trockner. Setze mich an den Schreibtisch, überweise Rechnungen und schreibe Mails und Whatsapps an befreundete Familien, bei denen die Kinder am Freitag übernachten werden, wenn ich arbeite. Ab Samstag sind sie dann beim Vater, also muss ich ihm noch sagen, wo er die Kinder abholen kann. Dann kann er ja auch die Einverständniserklärung vom Gymnasium unterschreiben. Außerdem muss ich die Osterferienbetreuung der Tochter organisieren und eine Freundin möchte ein Wohnzimmerkonzert ausrichten, das ich managen werde, aber da habe ich heute Abend keine Lust mehr zu. Ich habe drei halbe Blogtexte im Kopf, aber das schaffe ich heute auch nicht mehr. Ich gucke ein bisschen ins Internet, Twitter und facebook, linse aufs Konto, verdränge das Ergebnis und dann
23 Uhr: Licht aus, Feierabend. Die Katzen schlafen auch schon, aber die müssen nachts

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so kuschelig

raus, weil ich sonst nicht schlafen kann. Morgen muss ich einkaufen, nicht vergessen: zum Schuster, zum Schneider und Äpfel sind alle, mindestens!

 

 

 

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P.S. Ich habe dem Fernsehsender zugesagt, denn ich will diese Chance nutzen und dem Bundespolitiker sehr gerne erzählen, wie das Leben als Alleinerziehende aussieht und daß die Familienpolitik der Realität ganz schön hinterherhinkt. Mein Exmann nimmt die Kinder außerplanmäßig für 3 Tage mitten in der Woche, auf dem Job halten die Kollegen mir den Rücken frei, die Nachbarn füttern unseren Zoo. Was für ein Aufriss, ich hoffe es lohnt sich!

48 Stunden alleinerziehend

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Es geht auf den Muttertag zu, und da werde ich tatsächlich gefragt, was doch gleich meine, unsere Forderungen zum Muttertag waren? Das haben wir ja schön zusammen gefasst, Christine Finke, family unplugged und ich. Da sind sehr wichtige Forderungen dabei, bei der Aktion Muttertagswunsch, und ich kann auch 1 Jahr später alles nochmal unterschreiben.

Aber für mich ist etwas hinzugekommen. Was ich mir als Mutter, speziell als Alleinerziehende, wünsche? Und zwar nicht nur zum Muttertag.

Dass nie wieder eine andere (verheiratete) Mutter zu mir sagt, ich würde die Kur nur wegen des Alleinerziehenden-Bonus‘ bekommen.

Dass nie mehr jemand zu mir sagt, ich würde ja nur jammern, weil ich sagte ich sei müde, denn ich hatte in einer Woche drei Abendtermine bis 24 Uhr und muss trotzdem jeden Morgen um 6.30 Uhr aufstehen.

Dass nie mehr eine andere Alleinerziehende zu mir sagt, wir müssten unbedingt mal ein Glas Wein zusammen trinken und sich dann 6 Monate nicht mehr meldet.

Dass nie mehr jemand zu mir sagt „wird schon“ wenn ich an dem Zwiespalt verzweifle, dass ich weniger arbeiten und mehr Zeit für die Kinder haben sollte, aber dann die Kohle leider nicht mehr reicht.

Dass nie mehr jemand zu mir sagt, ich würde ja nur von meinen Kindern rede, nur weil ich im beruflichen Kontext gewagt habe zu erwähnen, dass ich überhaupt Kinder habe.

Dass ich nie wieder gefragt werde, warum ich den Termin um 17 Uhr nicht wahrnehmen kann.

Dass nie wieder jemand zu mir sagt, ich müsste halt mal entspannen, auch mal an mich denken und zum Yoga gehen.

Dass ich nie mehr meiner Tochter erklären muss, dass ihr regelmäßiges Date mit der Freundin ersatzlos gestrichen ist, weil diese jetzt in an dem Tag etwas Besseres vorhat.

Dass ich nie wieder anderen Eltern hinterher telefonieren muss, weil sie die Verabredungen unserer Söhne ständig hin- und herverschieben.

Dass nie wieder jemand zu mir sagt „der eine Abendtermin geht ja wohl, oder?“

Was sind das für Wünsche und vor allem: wer soll die erfüllen?

Das sind alles Wünsche, die was mit der Gesellschaft und den Beziehungen der Menschen miteinander zu tun haben. Die Wünsche hören sich alle nach Einzelfällen an, haben aber einen gesamtgesellschaftlichen Hintergrund:

Wie kommt eine verheiratete Frau auf die Idee, Alleinerziehende bekämen einen Bonus? Kommt das aus diesem „mir geht’s aber auch schlecht“-Denken, aus diesem Verdacht, die Alleinerziehende könnte ungerechtfertigterweise etwas bekommen, was der verheirateten Frau nicht mindestens auch zustünde? Die Frau, die das zu mir sagte, hat auf Nachfrage natürlich gleich zurück gerudert und beeilte sich zu erklären, das sei in Anführungszeichen gemeint gewesen. Aha, dann geht’s natürlich.

Warum wird mir Jammerei vorgeworfen, wenn ich sage dass ich müde bin? Was ist denn Jammern und wenn überhaupt: warum darf man das nicht? Weil wir alle immer tapfer, stark, schön und selbstbewusst sind und unser Leben im Griff haben? Schwäche wird nicht zugegeben, weil sie nicht akzeptiert ist? Gruselig. Ich werde weiter jammern und sagen wie es ist und wie es mir geht, in guten wie in schlechten Tagen. Schon allein deshalb, um den ganzen Durchhalte-und Grinse-Figuren etwas entgegenzusetzen.

Warum ich so selten andere Alleinerziehenden treffe? Wann denn? Wir liegen doch alle abends halbtot im Bett und haben nur die Hälfte geschafft.

Wieso sagt jemand angesichts realer und ziemlich unlösbarer Probleme zu mir „wird schon“? Da ist ignorant! Gar nix wird, wie denn, die Lösung fällt doch nicht vom Himmel? Ich sehe ein, dass meine Probleme bei anderen Menschen Hilflosigkeit auslösen, aber einfache und echte Empathie wäre wirklich schöner („Du Arme, das ist wirklich hart!“) als so bescheuertes Durchhalte-Getöne.

Warum wird im Gespräch mit beruflichen Kontakten die Familie komplett raus gehalten? Wir haben Kinder, wir sind Familie, das bereichert uns und schränkt uns ein und deshalb müssen wir unser Berufsleben an der Familie orientieren, nicht umgekehrt! Ich bin doch keine Maschine, will man da schreien (ausgerechnet Tim Bendzko, schlimm)! Und deshalb kann ich verdammt nochmal Termine nach 17 Uhr nicht wahrnehmen, auch nicht ausnahmsweise diesen einen. Davon gibt’s pro Monat nämlich 4-5 Stück, alles Ausnahmen, ausnahmslos!

Und warum wissen alle, dass die Ursache des Problems bei mir liegt? Ich bin gestresst, weil ich nicht zum Yoga gehe? Zur Massage? Zum Kegeln? Ich soll mir auch mal Zeit für mich nehmen? Ich verrate mal ein Geheimnis: das Problem liegt gar nicht bei mir! Ich bin nicht gestresst, weil ich zu doof zum Entspannen bin, sondern weil ich seit 6 Jahren zwei Kinder alleine erziehe und dabei Vollzeit arbeite. Weil ich unter dem täglichen Organisationsstress, dem finanziellen Druck und der alleinigen Verantwortung für das Seelenheil meiner Kinder immer mal wieder zusammen breche. Jeder, der meint, das kriegt man mit ein bissl Me-Time in den Griff, darf gerne ein 4wöchiges Praktikum bei mir machen. Danach zum Yoga, ich bleib natürlich hier, und zwar noch die nächsten 8 Jahre.

Ich versuche immer wieder und sehr erfolglos, ein Netz für meine Kinder und mich zu spannen. Und kaum habe ich zum Beispiel einen Mittagessen-Termin für die Tochter bei der Freundin arrangiert, damit das Kind wenigstens 1x/Woche nicht alleine zu Hause isst, da platzt der Termin, weil irgendeine AG wichtigter ist. Warum machen diese anderen Kinder immer so viele organisierte Sachen (Tanzen, Musizieren, Kicken, Blabla?) und habe keine freien Nachmittage? Und warum wird so eine beknackte Zirkus-AG höherwertig angesiedelt als das Date mit der Freundin? Meine beiden Kinder haben 1-2 Mal Mittagsschule und ein Kind geht noch zum Sport, der Rest ist frei: Spielen, Chillen, Malen, Zocken, Kichern, Katze schmusen oder Badezimmer verwüsten. Was Kinder halt so machen, wenn sie nicht geigen müssen.

A propos andere Familien: auch wenn ich nicht alleinerziehend wäre, fände ich es schlicht unhöflich, Termine mit anderen Menschen zu verschieben, zu vergessen oder zu spät zu kommen. Bei meinem Alltag und Organisationsgrad ist es allerdings noch schlimmer. Ich frage mich ernsthaft, warum sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt hat, dass es respektlos ist, mit der Zeit anderer Menschen dermaßen lax umzugehen?

Es wird eben nicht so genau hingeguckt.

Es wird auch nicht so genau zugehört. Es wird einfach was daher gesagt. Es wird milde drüber gelächelt. Es wird halt mal ein Witz gerissen. Die meisten Menschen haben nicht die leiseste Ahnung, wie anstrengend das ist, Kinder alleine zu erziehen. Schmieren aber ihren Senf dazu, urteilen, wissen es besser und geben völlig utopische Ratschläge. Ich geb mal einen zurück: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“ (ausgerechnet Dieter Nuhr, herrje). Wie man übrigens wirklich die Alleinerziehende von nebenan unterstützen kann, hat Anne Matuscheck hier aufgeschrieben.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das nicht nur Steuergerechtigkeit für alle Familienformen, bezahlbare Betreuungsplätze für Kinder bis 14 Jahre, ermäßigte Mehrwertsteuer für Windeln und Schulranzen statt für Blumen und Katzenfutter und noch einiges mehr.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es auch mehr Aufmerksamkeit, Zuhören und Hinsehen. Mehr Respekt und Mitgefühl. Besonders für Familien und ganz besonders für Alleinerziehende. So einfach ist das.

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Jeden. Verdammten. Tag.

Mein Alltag ist ein einziges Hamsterrad. Ich komm zu nix, weil ich immer dasselbe tue.

Immer. Immer. Immer.

Am Schlimmsten ist es während der Schulzeit.

6.30 Uhr aufstehen, 6.45 Uhr frühstücken. 7 Uhr ums Bad streiten, 7.20 Uhr Kinder aus dem Haus. Küche aufräumen. Fürs Mittagessen decken weil die Tochter mittags alleine ist. Arbeiten.

Zwischen 16 / 17 Uhr nach Hause kommen. Einkaufen, Haushalt, Wäsche, Hausaufgaben.

18.45 Uhr Abendessen, 19.20 Uhr Kinder gucken Kika, ich räum die Küche auf. Ich setz mich später zu den Kindern. 20 Uhr bettfertig machen, Ranzen einräumen, Sachen vergessen, um’s Bad streiten, Mathetest unterschreiben, Klamotten suchen, scheiße die Sportschuhe sind weg!

Die Kinder lesen, ich decke den Frühstückstisch. Mache den Rest vom Haushalt. 20.45 Uhr letzte Runde, quatschen, schmusen, Licht aus.

21.30 Uhr, nix mehr übrig vom Tag, nix mehr übrig von mir, mein Hirn ist leer. Von einer Versicherung ist ein Brief gekommen, den ich lesen, verstehen und auf den ich reagieren muss. Ich bin todmüde. Emails lesen, oha: eine Mahnung. Ein bisschen im Internet rumgurken, lesen, kommentieren. Es reicht nicht mal zum selber schreiben. Oder ein Buch zu lesen. Keine Luft mehr, sich Gedanken zu machen, die Gedanken einfach fließen zu lassen. Kein Nerv, einer zusammenhängenden Geschichte zu folgen. Den Kopf voller Gedanken und keine Kapazitäten, die Gedanken zu sortieren.

22 Uhr, noch die Wäsche in den Trockner und Backmischung in die Brotbackmaschine. Jeden Abend übrigens. Jeden Abend Wäsche. Jeden Abend ein Brot backen. Vesperdosen aus den Ranzen holen, Spülmaschine anstellen.

Nicht schlafen können, der Film läuft weiter.

6.30 Uhr aufstehen. Alles von vorne.

Einzige Variation: ich habe noch weniger Zeit. Also Elternabend. Vorstandssitzung. Termin. Infoabend Gymnasium. Irgendwas ist immer. 1-2x pro Woche. Dann bin ich ca. 22 Uhr zu Hause. Oder ich hab ne Veranstaltung und gehe nochmal los zur Arbeit, dann kommt der Babysitter um 18 Uhr und ich komme gegen 23 / 24 Uhr nach Hause. 1-2x pro Woche. Decke dann eben erst um 24 Uhr den Frühstückstisch, backe das Brot, mache die Wäsche, stehe um 6.30 Uhr auf. Jeden Abend, den ich unterwegs bin, bleibt was vom Haushalt liegen. Wenns zwei Tage in Folge sind, ist schon die Küche nicht mehr nutzbar, das Bad nicht mehr betretbar, der Wäsche-Kreislauf aus dreckig – sauber – nass – trocken durchbrochen und das Chaos bricht aus. Kann hier bitte mal jemand staubsaugen?

Am Wochenende wird alles aufgeräumt, was liegen geblieben ist. Mehr aber auch nicht. In den Ecken sammeln sich Sachen, die niemand mehr braucht, von denen ich einfach nicht weiß wohin. Kann hier bitte mal jemand ausmisten?

Ich bin so kaputt von der Woche, dass ich das Wochenende brauche, um wenigstens mal auszuschlafen. Dann kriegen die Kinder Besuch oder gehen Freunde besuchen, wir machen einen Ausflug, gehen ins Kino oder Besuchskinder übernachten hier. Es sieht so unbeschwert aus und es macht auch Spaß. Aber eigentlich müsste ich 1000 andere Dinge tun (Putzen? Steuererklärung? Klamotten ausmisten?) Aber eigentlich würde ich auch gern ein Buch lesen oder schreiben. Mir mal Gedanken machen. Ein Beet bepflanzen. Oder einfach mal LANGEWEILE haben, ha!

Wenn es mal eine willkommene Abwechslung gibt, sind wir alle zu kaputt dafür. Mein Cousin hat seinen 40. gefeiert, mit einer fetten Familienparty, nachmittags samt aller Kinder. In 400km Entfernung. Die Kinder wollten nicht weg und ich hab gewusst, dass wir das nicht packen. Samstag hin, Sonntag zurück, Montag wieder 6.30 Uhr aufstehen. Der Sohn eh erkältet, der wär zusammen geklappt. Also Party abgesagt, Familie nicht getroffen, Herzeleid bei mir und Sehnsucht nach Kontakten.

Ich würd echt gerne mal mit Menschen die ich mag, feiern, tanzen, quatschen. Unbeschwert. Endlos. Ohne die Gedanken an die Müdigkeit am nächsten Tag, in der nächsten Woche. Abgesehen davon: wegfahren heißt, Tasche einpacken, Tasche auspacken, Wäsche sortieren. So wie eh jedes 2. Wochenende, wenn die Kinder beim Papa sind: Tasche einpacken, Tasche auspacken, Wäsche sortieren. Dieses Tasche-packen-Wäsche-sortieren macht mich wahnsinnig. In unserem Flur stehen IMMER irgendwelche Taschen. Sporttaschen. Wochenend-Taschen. Übernachtungstaschen. Vergessene Taschen. Taschen.

So wie ich immer abends noch ein Brot backen, die Wäsche machen und den Tisch decken muss.

Jaja, binde die Kinder mit ein, sie sind doch groß genug. Nichts leichter als das! Der Sohn, der mit seinen 10 Jahren jeden Tag von 7.20 – 17 Uhr aus dem Haus ist, hat voll Bock, statt Lego zu spielen die Wäsche zu sortieren, die Küche aufzuräumen und das Bad zu putzen. Die Tochter, die mit ihren 12 Jahren jeden 2. Tag alleine Mittagessen kocht, isst, Hausaufgaben macht, hat voll Bock, danach noch zu staubsaugen, den Müll rauszubringen und einkaufen zu gehen. Statt mit ihren Freundinnen zu telefonieren oder mit der Mama zu quatschen. „Mama komm, wir trinken zusammen Tee“. Natürlich nehme ich mir dann Zeit für die Tochter, die eh so viel alleine ist, und fege nicht mit dem Staubsauger jedes Gespräch zur Seite. Der Haushalt wird auf eine Minimum reduziert, oft holen wir uns die saubere Wäsche einfach aus dem Wäschekorb, was soll der Umweg über den Kleiderschrank? Feucht wischen braucht kein Mensch, die Fenster hab ich seit dem Einzug vor 2,5 Jahren noch nie geputzt, gebügelt wird hier nie.

Natürlich helfen die Kinder mit. Sie räumen die Wäsche ein und bringen den Müll raus. Sie kümmern sich um die Haustiere und decken den Tisch. Aber hey: 90% bleiben bei mir hängen, die anderen 10% „Mithilfe der Kinder“ klappen entweder oder ich muss sie mir erdiskutieren. Meistens diskutieren. Das macht keinem Spaß, weder mir noch den Kindern.

Immer wieder Grundsatzdiskussionen. Wie vermeiden wir den täglichen Streit ums Bad? Wer übernimmt welche Aufgaben? Wie teilen wir uns unseren gemeinsamen Haushalt gerechter untereinander auf? Denn: erziehen muss ich die Kinder ja auch noch. Ihnen was beibringen, Grenzen setzen, Grenzen verschieben. Sie motivieren, trösten, zuhören. Ganz viel zuhören.

Und Medienzeiten kontrollieren. Das Bescheuertste überhaupt: diskutieren zu müssen wie lange man sich auf youtube anschaut, wie andere Menschen Battlefront spielen. Oder eine Challenge darin veranstalten, wie man Hosen anzieht ohne die Hände zu benutzen. Wenn die Kinder malen, lesen oder spielen, sage ich irgendwann „Essen ist fertig“ und sie trudeln ein. Wenn sie mit Medien beschäftigt sind, ist die Reaktion immer Wutschnauben, Genöle und genervtes Stöhnen. Muss das so? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich ein eklatanter Erziehungsfehler meinerseits.

Ich versuche, die Waage zu halten aus Über- und Unterforderung der Kinder, aus Verständnis und dem Anspruch an ein Mindestmaß an Höflichkeit.

Jaja, natürlich gibt es hier ganz wunderbare Abende. Abende, an denen wir zusammen lachen, tanzen, schmusen und toben. Einen schönen Film zusammen sehen und noch lange drüber reden. Ein Spiel zusammen spielen oder einfach zusammen unseren verrückten Katzen zuschauen. Lange zusammen im Bett liegen und reden (Kinder) und zuhören (ich).

Aber danach muss ich halt immer noch den Frühstückstisch decken, ein Brot backen und die Wäsche machen.

Jeden. Verdammten. Abend.

Jeden. Verdammten. Tag.

Wochenende in Bildern 25./26.2.17

Mein kinderfreies Wochenende habe ich mit ca. 80 Kindern, einem ausverkauften Konzert, einer wunderschönen Lesung und einer ordentlichen Ladung Grippostad verbracht.

Seit Tagen habe ich Ohrenschmerzen und versuche, bis zum Wochenende gesund zu werden. Drum habe ich auch Samstag nix gemacht außer Schlafen, bis ich um 15 Uhr das Kulturzentrum aufgeschlossen habe, in dem ich arbeite. Die Kinder sind wegen der Faschingsferien schon seit Freitag bei ihrem Vater.

Ich habe mich noch gefragt, warum die Band SO früh mit dem Aufbau anfängt? Die haben tatsächlich ihre eigene Tonanlage mitgebracht (obwohl wir natürlich eine haben). Bassboxen, in denen ein Kind wohnen kann, werden in den Saal geschoben, und als um 18 Uhr der Soundcheck über die Bühne geht, fallen die Gläser aus den Regalen.

Ein großartiger, glasklarer, aber schweinelauter Sound, und mir sinkt das Herz in die Hose, denn im 2. Stock übernachten während des Konzertes Susanne und Caspar Mierau mit ihren 3 Kindern, weil Susanne am Sonntag Vormittag aus ihrem Buch „Geborgen Wachsen“ lesen wird. Na wenn das mal gut geht!

Es geht gut: der Saal ist ausverkauft, das Publikum feiert, die Band hat verdammt viel Spaß und über uns schlafen drei Kinder selig ein, puh! Leider dauert der Abbau genauso lange, und ich muss nach dem Konzert noch umbauen für unseren Familiensonntag, und so wird es 2 Uhr, bis ich ins Bett falle. Wenn man tiefer schläft, braucht man nicht so viel zu schlafen, erklärt mir noch der Kollege, aber mein Kater hatte einen anderen Plan, denn um 4 Uhr werde ich wach, weil er den Faschings-Berliner vom Sohn futtern will, verdammt! Um 9 endgültig wach, eine heiße Dusche und um 9.30 Uhr wieder auf der Arbeit. Immerhin gibt es Kaffee und diese fantastischen Nutella-Stängele, das hilft. Es kommen sehr viele Familien, die Kinder und Väter gucken die Sendung mit der Maus, die Mütter (fast alle mit Baby im Tuch) gehen zur Lesung von Susanne, die ebenfalls ihr schlafendes Baby im Tuch trägt. Es ist eine wuselige, entspannte und wirklich schöne Atmosphäre im Haus. Susanne hat die Lesung übrigens live auf ihrer facebook-Seite gestreamt.

Nach der Lesung ist noch kurz Zeit für einen Plausch mit Christine Finke, die extra aus Konstanz gekommen ist, und dann müssen alle auch schon wieder abreisen. Ich bleibe noch, denn wir haben noch einen kleinen Termin mit den Mitarbeitern. Als ich um 15 Uhr nach Hause gehe, streiken meine Füße und ich fahre die 800 Meter mit dem Bus. Jetzt kann ich aber auch echt nicht mehr!

Ich genieße die letzten Sonnenstrahlen im Garten, gieße Blümchen, füttere unsere ganzen Haustiere und falle ich einen 3 stündigen Nachmittagsschlaf. Was für ein anstrengendes, bereicherndes, aufregendes und schönes Wochenende: Ich habe mich total gefreut, Susanne und ihre Familie nach den ganzen digitalen Begegnungen persönlich kennen zu lernen, ich hab mich tierisch gefreut, dass mein Konzept mit dem Familiensonntag aufgegangen ist und ich habe die Ohrenschmerzen weggearbeitet. Ich wusste gar nicht, dass das geht?

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Durchhalten! Mit Mittelohrentzündung durchs Wochenende
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Samstag nachmittag: Soundcheck mit Alphorn
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Abends ausverkauftes Haus mit dem Loisach Marci
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Nach dem Konzert noch ab- und umgebaut für die Lesung
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Susanne Mierau liest
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Kinder tauschen Bücher
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Bushaltestelle: ich kann die 800 Meter nicht mehr laufen
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Der Himmel über meinem Garten
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Zum Schluss um die kleine Anzucht der Tochter kümmern

Noch mehr Wochenenden in Bildern gibt’s bei Susanne Mierau auf Geborgen Wachsen. Dort findet Ihr auch Ihre Version des Wochenende. So ist das mit dem digitalen Dörfchen 😉

Wochenende in Bildern 25./26.2.17

Egal und allein. Ein Wochenende ohne Kinder.

Für die Kinder heißt es Papa-Wochenende, für mich heißt es kinderfreies Wochenende, im Trennungsjargon heißt es Umgangswochenende. Das Wochenende, an dem die Kinder, die bei der Mutter wohnen, bei ihrem Vater sind. „Umgang haben“.

Wir machen das jetzt seit sechs Jahren. Seit sechs Jahren sind die Kinder 12 Tage am Stück bei mir und 2 Tage beim Vater. Bei uns in der extended version: er holt sie Freitag ab und bringt sie Montags zur Schule. Das war uns wichtig bei der Trennung, dass es so lange wie möglich geht, denn drei Übernachtungen sind was anderes als nur eine, da kommt mehr Alltag auf, mehr Gemeinsamkeit, mehr Zusammen leben, mehr Nähe für Vater und Kinder.

Das ist toll und das ist anstrengend, für alle Seiten. Am anstrengendsten ist es glaube ich für die Kinder. Raus aus dem Zuhause, rein ins Wochenende, wo alles anders ist. Am Anfang, als der Kleine noch 4 war, hat er am Wochenende nach mir geweint. Während der Woche hat er nach dem Papa geweint. Die Große hat sich beherrscht. Jetzt ist der Kleine 10 und die Große 11, und jetzt ist sie es, die mich zwischendurch anruft, weil sie mich vermisst. Dann reden wir ein bisschen und dann geht es wieder.

Wir Eltern haben uns irgendwann mit der Situation arrangiert. Die Kinder jedoch bekommen die Trennung jedes 2. Wochenende neu vor Augen geführt. Was das an emotionaler Flexibilität und Stärke fordert und zugleich gebildet hat, das wage ich kaum zu erahnen. Was ich sehe ist: sie machen es verdammt gut, die Kinder. Sie freuen sich jedes Mal auf ihren Papa, und sie kommen entspannt zu mir zurück. Eine Zeit lang gab es Montags regelrechte Anpassungsstörungen, die Kinder fanden nur schwer wieder zu mir zurück und es gab Krach und Tränen. Seit etwa einem Jahr ist selbst das überwunden, und dafür bewundere ich sie.

Wir haben in den sechs Jahren eine ziemlich Routine entwickelt, auch wenn sich die Umstände immer mal wieder geändert haben. Die Routine ist mir vor ein paar Tagen aufgefallen, als ich angefangen habe, das Wochenende vorzubereiten und ein bisschen dazu getwittert habe. Der Sohn wird Freitags um 17 Uhr im Hort abgeholt, die Tochter geht nicht mehr in den Hort und ist mal bei einer Freundin, mal zu Hause, mal bei mir auf der Arbeit. Also 10 Rückfragen mit der Tochter, wo sie denn nun ist und wo der Papa sie abholen soll. Das Ergebnis dem Vater kommunizieren. Da wir Freitag um 7.20 Uhr das Haus verlassen, muss Donnerstag Abend alles gepackt sein. Oh, Du willst Deinen Lieblingspulli am Wochenende anziehen? Dann wasch ich den noch schnell und pack ihn morgen früh ein.

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Routiniert habe ich Donnerstag Abend die Vesperdosen, Trink- und Thermosflaschen aus den Schulranzen geholt und gespült. Freitag werde ich nur Einwegflaschen und Brottüten nehmen. Ich habe im Lauf der letzten Jahre derart viele Dosen und Flaschen verloren, dass der Ex damit locker eine ganze Kita versorgen könnte. Wenn ich ihn drauf anspreche, hat er die Sachen nicht, im Schulranzen sind sie aber Montag auch nicht. Hm, dann scheinen die Kinder genau alle 14 Tage die Dosen und Flaschen in der Schule zu verlieren. Verrückt!

Mützen und Handschuhe packe ich kaum noch ein, es wird irgendeinen Ersatz beim Vater geben, sollten die Sachen überhaupt notwendig sein. Denn auch dieser Kleinkram verschwindet einfach. Instrumente gebe ich schon seit Jahren nicht mehr mit, das Üben wird eh vergessen. Montag frage ich besonders gründlich, ob es aus der Schule was zum Unterschreiben gibt, denn am Wochenende wird so was nicht vom Vater erledigt. Die Kinder sagen ihm nichts, er fragt nicht.

Und so werde ich auch am Montag die Taschen wieder auspacken und die ungetragene Unterwäsche wieder in den Schrank legen. Ob er gewaschen hat? Kaum. Ob er selber Unterwäsche angeschafft hat? Keine Ahnung. Bei mir zu Hause ziehen die Kinder ohne Ansage von mir jeden Tag frische Wäsche an, ich weiß nicht, wie das am Papa-Wochenende läuft.

Am Donnerstag Abend schicke ich die Kinder nochmal unter die Dusche, weil so ein Papa-Wochenende offenbar keine Zeit für Körperhygiene lässt. Und Donnerstag bis Montag Abend ist eine lange Zeit, wenn man jeden Tag die Hände überall hat, wo nur 10jährige Jungs sie haben können. Die Tochter achtet inzwischen selber drauf und legt bei mir bereits ganze Wellness-Tage ein, und so geht sie aus eigenem Antrieb auch beim Vater duschen. Warum die Kinder allerdings bei mir immer jammern, dass wir keine Badewanne haben, und dann beim Vater nie baden, erschließt sich mir nicht.

Irgendwann habe ich mal gefragt, ob Kinder & Wäsche am Montag nicht genauso zurück kommen können, wie ich sie abgeliefert habe: sauber. Er hatte eine einfache Antwort: nein. Und so analysiere ich entweder beim Auspacken jede Socke, ob sie getragen wurde, oder ich wasche einfach alles.

Ich nehme das hin, lakonisch, weil es einfach so ist. Ich bin davon überzeugt, dass mein Exmann das alles überhaupt nicht böse meint oder gar tut, um mir zu schaden. Nein, er ist einfach etwas gedankenlos und fühlt sich auch nicht so recht dafür verantwortlich. Letztlich ist es mir egal, ich habe alle Stadien der Auseinandersetzung mit ihm darüber durch, und ich werde meine Lebenszeit und meine gute Laune nicht mehr damit verschwenden, über Trinkflaschen und gewaschene Haare zu diskutieren.

Ich habe es auch aufgegeben, ihn auf Termine hinzuweisen, die irgendwie wichtig wären. Wenn die Kinder auf Geburtstagen eingeladen oder mit Freunden verabredet sind, dann klappt das inzwischen. Ich trage die Termine mit sämtlichen Daten in unseren google-Kalender ein, schicke noch eine Mail oder SMS und mit nur 1-3 Rückfragen in letzter Sekunde (wo ist das? Wann? Welches Geschenk?) haut das dann hin. Aber darüber hinaus? Nö. Ich habe sogar schon Kinderbuchautoren eingeladen (ich bin Veranstalterin, drum kann ich das) an denen echt das Herz der Kinder hing, und unsere komplette Kita samt Schulklasse war bei der Lesung, nur meine Kinder nicht. Vergessen, sie waren im Spaßbad. Die anschließende Enttäuschung der Kinder war bodenlos, aber sie würden niemals ihren Vater kritisieren.

Vergessen, verloren, verpeilt. Das gilt auch für den Rückweg: früher haben die Kinder ihr Kuscheltier beim Papa vergessen, jetzt ist es das Ladekabel. Wenn ich ihn frage, sagt er „die Kinder haben gepackt“. Ja gut, man kann die Verantwortung an die Kinder abgeben. Man kann die Kinder auch dabei unterstützen, es zu lernen, an ihren Kram zu denken. Oder man fährt halt im Laufe der Woche nochmal zur Kindsmutter, um Sachen zurück zu bringen. Jedes Mal. Seit 6 Jahren. Kein Lerneffekt beim Vater. Sehr wohl jedoch bei den Kindern, die inzwischen die Sachen, die ihnen wichtig sind, einfach bei mir lassen. So geht’s auch.

Umgang der Kinder mit dem Vater heißt übrigens auch: Umgang der Mutter mit dem Vater. Wir bleiben in Kontakt, ob wir wollen oder nicht. Egal, wie routiniert wir sind, irgendwas gibt es immer zu besprechen. Dank google weiß ich zwar, an welchem Wochenende 2019 die Kinder beim Vater sind, aber ob sie in den Faschingsferien bei ihm sind, hat er mir noch nicht verraten. Ist ja erst in 4 Wochen. Ich arbeite Vollzeit und habe eine 6. Klässlerin ohne Ferienbetreuung. Der Sohn geht gottlob noch bis zum Sommer in den Hort, aber für die Tochter muss ich jedes Mal was organisieren. Da ich finde, dass er sich an der Ferienplanung beteiligen soll, muss ich dann auch mit ihm kommunizieren. Es gibt Kindertermine und Krankheiten zu kommunizieren, Weihnachten zu besprechen, Kindergeburtstage zu planen, Ferien aufzuteilen. Das ist in Summe deutlich mehr Kontakt, als man sich das nach der Trennung wünscht, und es läuft selten reibungslos.

Aber eigentlich ist das alles egal. Das ist lästige Routine und es wird sich auch nicht mehr ändern. Irgendwie ist es ja auch tröstlich, denn ich hatte ja meine Gründe für die Trennung und durch diese ganze Kommunikation werde ich immer wieder an diese Gründe erinnert. Falls ich sie jemals vergessen sollte.

Es ist egal, denn das Wichtigste klappt einwandfrei:

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Die Kinder lieben ihren Papa, sie freuen sich auf das Wochenende beim ihm und es geht ihnen dort gut. Ich kann sie komplett bedenkenlos ihrem Vater überlassen und ich vertraue ihm zu 100%, dass er sich gut um sie kümmert. Es gab in den 6 Jahren keinen einzigen Grund, daran zu zweifeln. Die Wochenenden beim Vater sind die einzigen Zeiten, wo ich nicht IMMER aufs Handy schaue, ob den Kindern was passiert ist. Und wenn, dann kommen nur whatsapps mit süßen Fotos oder lustigen Nachrichten. Es geht ihnen gut mit ihrem Vater, sie sind dort glücklich, das ist unglaublich wertvoll!

Pädagogische Grundsatzdiskussionen führe ich nicht mehr. Der Medienkonsum dort übersteigt den bei mir um Längen, es wird nix geübt und auch nix besprochen, es wird nix unterschrieben und es werden keine Fingernägel geschnitten, aber die Kinder sind glücklich. Was hätte ich von gelüfteten und gewaschenen Kindern, die Mathe und Gitarre geübt haben, aber großen Kummer haben?

Und ich? Bin ich glücklich mit den kinderfreien Wochenenden?

Es sind Tage wie aus der Zeit gefallen: schlagartig sind bestimmte Uhrzeiten unwichtig: 17 Uhr, der Hort ist aus: egal. 19.25 Uhr, auf kika kommt „Wissen macht ah“: egal. Sonntag 11.30 Uhr die Maus: egal. Es ist schon 15 Uhr, wir waren noch nicht an der frischen Luft und es wird bald dunkel: egal. 18.40 Uhr, es wird Zeit fürs Abendessen: egal.

Es ist komplett egal, wie spät es ist, denn ich bin der einzige Mensch, um den ich mich kümmern muss. Irre! Und nicht nur die Zeit ist egal, auch was ich tue und lasse ist total egal. Mitten am Tag Fernseh gucken. Lange schlafen. Den ganzen Sonntag arbeiten. Schokolade im Bett. Aufs smartphone glotzen, twittern, klicken, daddeln: alles egal. Beim „Wochenende in Bildern“ kann man mal reinschauen in mein kinderfreies Wochenende.

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Es ist alles egal, denn ich bin hier allein und für niemanden verantwortlich.

Meine Seele hat Ruhe, ich darf einfach schlechte Laune haben und bei Bedarf die Katze anschnauzen. Ich muss mich nicht rechtfertigen, ich muss nix diskutieren, ich muss nix entscheiden, nix durchsetzen. Ich muss keinen Rat geben, nicht trösten, ich muss nicht zuhören, ich muss mich nicht unterhalten.

Und das ist vielleicht die größte Erholung für mich am kinderfreien Wochenende: dass meine Seele zur Ruhe kommt.

Dass ich die Betten frisch beziehe, die Wohnung putze, den Kaninchenstall ausmiste, die Steuererklärung machen, das Regal andübel, den Keller aufräume, die Kinderklamotten ausmiste, Rechnungen bezahle, Schulferien plane. Dass ich all die Dinge tue, die man natürlich auch MIT Kindern machen kann, die dann aber ungleich nerviger sind – dass ich all diese Dinge tue, ist nichts gegen die Erholung, die meine Seele am kinderfreien Wochenende findet, weil niemand an ihr zieht und zerrt.

Und natürlich freue ich ich auf den Montag abend, wenn wir alle wieder zusammen sind und reden, zuhören, streiten, trösten und lachen.

Egal und allein. Ein Wochenende ohne Kinder.

12von12 im Januar 2017

12 Bilder am 12. des Monats.

Wieder ein Tag. Warum auch nicht. Singen Element of Crime. So ein Tag war heute. Irgendwie wie immer und irgendwie sehr schön.

Wir sind alle zusammen um 7.15 Uhr aus dem Haus, ich zur endlich letzten Physiotherapie, dann ein langer Arbeitstag mit einem gemütlichen Mittagessen mittendrin. Die Kinder hatten lange Mittagsschule, um 17.30 Uhr haben wir uns zu Hause wieder getroffen und es gab was Schnelles und was Gesundes und viel Gekicher zum Abendessen. Der Sohn hat auf meinem smartphone Filmchen angeguckt und interessante screenshots gemacht, später im Bett hat er sich möglicherweise für eine Schule entschieden. Die Tochter ist strahlend vor Glück in die Kissen gesunken, sie ist zur Zeit sehr eins mit sich und dem Universum. Ich habe festgestellt, dass mein Heimweg sehr romantisch aussieht, ich meine Wohnzimmerlampe (die älter ist als ich) wirklich sehr liebe und dass ich für das zwölfte Bild nun einfach zu müde bin.

Mehr #12von12 gibts bei http://draussennurkaennchen.blogspot.de/

12von12 im Januar 2017