Frage 7: Betreuungsplätze

7. Frage: Es fehlen massiv Betreuungsplätze für Kinder aller Altersgruppen. Die Betreuungsplätze, die da sind, sind oft zeitlich nicht flexibel und qualitativ unzureichend. Was wollen Sie tun, um Kinderbetreuung in Deutschland für alle Kinder bis mind. 14 Jahren flexibel, qualitativ hochwertig und bezahlbar zur Verfügung zu stellen? Sehen Sie überhaupt einen Bedarf?

 

Die Linke2:

Wir verweisen hier auf die Antwort in Frage 2

 

SPD:

Wir haben den Kita-Ausbau in Deutschland maßgeblich vorangetrieben und dafür gesorgt, dass nun die Mittel aus dem Betreuungsgeld in den Kita-Ausbau fließen. Dabei sind erhebliche Fortschritte zu verzeichnen: Allein bei den Kindern unter drei Jahren ist die Zahl der Betreuungsplätze in den letzten zehn Jahren von knapp 300.000 auf mehr als 700.000 gestiegen.

Wir wollen auch künftig zusätzliche Plätze für alle Kinder schaffen. Gerade kürzlich haben wir ein neues Investitionsprogramm auf den Weg gebracht, mit dem der Bund 1,2 Milliarden Euro für 100.000 neue Kita-Plätze zur Verfügung stellt. Diesen Weg wollen wir weitergehen: weil die Nachfrage steigt. Weil erfreulich viele Kinder geboren werden. Und weil für die vielen geflüchteten Kinder im Kita-Alter Integration vor allem heißt: schnelle Integration in eine Kindertageseinrichtung. Und der Bund muss noch stärker ran: Wir brauchen auch Geld für bessere Qualität, gerade was mehr Personal angeht, und: für die Gebührenfreiheit von Kitas, die wir schrittweise einführen wollen.

 

GRÜNE:

Ja! Vor allem bei Kindern unter drei Jahren gibt es einen gravierenden Betreuungsnotstand – in einzelnen Städten und Ländern warten bis zu 20 Prozent der Eltern auf einen Platz. Wenn jetzt nichts geschieht, wird sich die Lage in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen. Bis 2022 werden mindestens 350.000 weitere Plätze benötigt. Die bisher eingeplanten Gelder der Bundesregierung finanzieren nur weitere 100 000 Plätze.

Für den Ausbau des Angebots und zur Verbesserung der Qualität sehen wir vor, dass der Bund mit mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr eine größere Verantwortung für die frühkindliche Förderung übernehmen. Konkret heißt das: Alle Kinder bekommen einen Anspruch nicht nur auf einen Platz sondern auf einen guten! Dafür wollen wir ein Kitaqualitätsgesetz, mit dem bundesweit Qualitätsstandards festgelegt werden. Erzieherinnen und Erzieher sollen künftig jeweils höchstens drei Kinder unter drei Jahren bzw. höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Grundsätzlich ist unser Ziel, beitragsfreie Bildung von Anfang an – auch in Kitas. Jetzt muss aber in den Ausbau und in die starke Verbesserung der Qualität investiert werden. Klar ist, dass kein Kind von einer Kita ausgeschlossen sein darf, weil sich die Eltern diese nicht leisten können.

 

FDP:

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine bessere Bezahlung und Ausbildung des Kita-Personals ein. Kitas sollen unsere Kinder fördern und nicht nur aufbewahren und betreuen – das Motto „sicher, sauber, satt“ ist zu anspruchslos. Stattdessen sollen auch Sport- und Musikangebote sowie Ergotherapie in den Kitabetrieb integriert werden. Dafür sind Fachkräfte nötig, die zur Anregung und Entwicklung von Kindern ausgebildet sind, die deren Probleme erkennen und Talente fördern. Für diese wichtige Aufgabe müssen Erzieherinnen und Erzieher entsprechend qualifiziert sein und sollten dafür auch angemessen bezahlt werden. Dafür brauchen wir auch ein gerechtes Finanzierungssystem, das qualitätsmindernde Effekte vermeidet.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist unsere Forderung, die Finanzierung der Schulen, Kindergärten und Kitas schrittweise auf Bildungsgutscheine umzustellen. Denn so entsteht ein transparenter Qualitätswettbewerb um die besten Bildungsleistungen. Für jedes Kind gewährt der Staat Finanzierungsbeiträge. Damit diese Gelder transparent und bewusst eingesetzt werden, setzen wir uns für Gutscheine ein, die die Höhe der Beträge dokumentieren. Diese erhalten Eltern pro Kind und geben sie an die von ihnen gewählte Bildungseinrichtung weiter. Nur diese Einrichtung kann den Bildungsgutschein beim Staat einlösen. Staatliche, kommunale und Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft erhalten pro Kind den gleichen Betrag, damit die Eltern nicht nur die freie Wahl zwischen verschiedenen öffentlichen Angeboten, sondern auch zwischen öffentlichen und freien Trägern haben. Der Gegenwert der Gutscheine kann sich nach Lebensalter, zeitlichem Umfang der wöchentlichen Betreuung sowie bei besonderem pädagogischen Betreuungsbedarf unterscheiden.

Wir Freie Demokraten arbeiten darauf hin, dass die Betreuung durch Tageseltern einerseits und in einer Kindertageseinrichtung andererseits als gleichwertige Betreuungsformen anerkannt und bezuschusst werden. Ein schneller und unbürokratischer Kita-Ausbau muss das Ziel sein, um den fehlenden Betreuungsplätzen entgegenzuwirken. Wir wollen prüfen, ob Baugenehmigungen für private Investoren unter der Prämisse der höchstmöglichen Qualität schneller erteilt werden können. Eine langfristige Strategie zur Bewältigung des Problems muss erarbeitet werden.

Zudem setzen wir ganz bewusst auf flexible Angebote zur Kinderbetreuung, insbesondere auch mit Blick auf die Betreuungszeiten. Das moderne Arbeitsleben erfordert flexible Lösungen, damit den Familien die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie vereinfacht wird. Flexible Betreuungslösung wollen wir auch in den Betrieben fördern.

 

CDU:

Das Ziel für die kommende Wahlperiode ist auch einen Rechtsanspruch auf Betreuung im Grundschulalter einzuführen. Dabei werden wir auf Flexibilität achten, bedarfsgerecht vorgehen und die Vielfalt der bestehenden Betreuungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Kinderhorte, erhalten. Durch den neuen Rechtsanspruch soll jungen Familien geholfen werden, Arbeits- und Familienleben besser miteinander zu verbinden. Darüber hinaus wollen CDU und CSU auch Anreize für mehr Engagement seitens der Unternehmen setzten. Die Steuerbefreiung für Zuschüsse der Arbeitgeber für Betreuungskosten werden wir bis zum Ende der Grundschulzeit ausweiten. Ein Ausbau der Ganztagesbetreuung für Fünft- und Sechstklässler im Rahmen der Ganztagsschule ist etwas, wofür ich mich persönlich gerne einsetzen werde.

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Diese Frage und die jeweiligen Antworten der Parteien sind ein Teil der Aktion #muttertagswunsch: Fragen an die Parteien zur Bundestagswahl

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