Frage 10: Kinder sind die Zukunft

10: Frage: Kinder zu bekommen ist eine private Entscheidung. Dass Kinder gesund und in Frieden aufwachsen, um kreativ und intelligent die Zukunft zu gestalten, ist eine gesellschaftliche Aufgabe: wie wollen Sie dazu beitragen, dass sich diese Erkenntnis durchsetzt?

 

Die Linke:

Mit einer Stärkung der Infrastruktur für Familien und einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kann der gesellschaftlich nötige Wandel erfolgen, dass Kindererziehung und -betreuung nicht nur Aufgabe der Mutter bzw. der Eltern ist. Es muss vor allem selbstverständlich werden, dass zukünftig auch Väter für ihre Kinder in Elternzeit gehen bzw. ihre Arbeitsstunden reduzieren, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.

 

SPD:

Die SPD wird die Rechte von Kindern im Grundgesetz verankern. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern eigenständige Persönlichkeiten mit besonderen Schutzbedürfnissen. Deswegen brauchen sie auch eigene Rechte. Immer wieder jedoch treten jedoch das Schutzbedürfnis und die Rechte von Kindern hinter anderen Interessen zurück. Das gilt bei großen politischen Fragen wie der Ressourcenverteilung und Generationengerechtigkeit, bei Chancengleichheit in der Bildung und Gestaltung der digitalen Gesellschaft. Das gilt aber auch im Alltag, in der Stadt- und Verkehrsplanung, im Baurecht, beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Mobbing, vor Umweltgiften, beim Jugendmedienschutz, bei Pflegekindern und bei Flüchtlingskindern.

Diese strukturelle Benachteiligung von Kindern wollen wir ändern: Wir wollen, dass Kinderinteressen überall dort, wo sie berührt sind, auf den Tisch kommen und dass Parlamente, Verwaltungen und Gerichte sie im Zweifel vorrangig berücksichtigen müssen. Damit stärken wir Kinder und ihre Eltern in der Gesellschaft –und zugleich das Bewusstsein für ihr gutes Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung.

 

GRÜNE:

Die Kinder- und Familienfreundlichkeit Deutschlands ist uns ein besonderes Anliegen. Wir wissen, dass dies eine Querschnittsaufgabe ist, die viele Politik-, Rechts- und Lebensbereiche berührt. Wir fordern seit vielen Jahren, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Dies betrifft aktuell vor allem das Kinder- und Jugendhilfegesetz. Wir fordern aber auch seit Jahren, die Kinderrechte ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern. Gesetze müssen verfassungskonform sein, daher streben wir mit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz eine stärkere Berücksichtigung der Interessen von Minderjährigen und ihrer Eltern an. Die Verfassung hat eine ausstrahlende Wirkung auf andere Rechtsgebiete und beeinflusst auch die Bewusstseinsbildung. Die Ergänzung des Grundgesetzes ist für uns daher ein Hebel zu mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit. Wir sehen hierin zudem auch eine Aufgabe der Kinderkommission im Bundestag und der zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie des Netzwerks zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (NC), der Monitoringstelle beim Deutschen Institut für Menschenrechte und der vielen anderen Verbände, die sich für die Interessen von Kindern und Familien engagieren. Jedes Kind muss sich auf die Solidarität der Gesellschaft verlassen können. Daher kämpfen wir für ein Deutschland, in dem alle die Chancen haben, ihren Traum zu leben und niemand abgehängt wird.

 

FDP:

Wir Freie Demokraten wollen den bestmöglichen Rahmen für die Gesellschaft und jeden Einzelnen schaffen. Jedes Kind soll unter idealen Bedingungen aufwachsen. Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Unsere familienpolitischen Konzepte in der Steuergesetzgebung, bei der Altersvorsorge, der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, der Stärkung von Alleinerziehenden sowie unser Maßnahmenkatalog für weltbeste Bildung zeugen von unserem Anspruch, diesen Rahmen zu schaffen.

Damit es zukünftig nicht mehr an finanziellen Ressourcen mangelt, wollen wir die Ausgaben für Bildung so erhöhen, dass – gemessen am Staatshaushalt – Deutschland zu den führenden fünf Ländern der 35-Mitgliedsstaaten zählt. Dazu muss die Finanzierung der Bildung aber auch zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden.

Das Elternhaus oder die Lebenssituation darf den Zugang zu weltbester Bildung nicht bestimmen. Deshalb setzen wir uns für eine umfassende Sprachförderung der Kinder schon vor der Einschulung ein, damit einem erfolgreichen und gleichberechtigten Start ins Schulleben nichts im Wege steht. Geflüchteten Kindern wollen wir, unabhängig von der Aufenthaltsdauer, eine schnelle Beteiligung am Unterricht ermöglichen. Durch die Einführung des „Kindergelds 2.0“ wollen wir sicherstellen, dass die Leistungen auch bei den Kindern ankommen und Erziehungsberechtigte hier keine Möglichkeit haben das Geld zweckfremd zu nutzen. Mit Hilfe von Gutscheinen für Leistungen für Bildung und Teilhabe soll zum Beispiel die Mitgliedschaft im Sportverein oder das Erlernen eines Musikinstrumentes in einer Musikschule unbürokratisch möglich sein. Für junge Auszubildende, Schüler und Studierende fordern wir Freie Demokraten eine elternunabhängige Ausbildungsförderung, damit kein Traum an der Finanzierung oder den elterlichen Vorstellungen zerplatzt. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss in Höhe von 500 Euro sowie einem Darlehensangebot. Die Refinanzierung des Zuschusses erfolgt über die Verlagerung von Steuervergünstigungen der Eltern hin zu den Schülern, Auszubildenden und Studierenden. Für den Teil, der als Darlehen gewährt wird, sollen sich die Rückzahlungsmodalitäten am späteren Einkommen orientieren.

Weltbeste Bildung für jeden funktioniert nur mit den weltbesten Lehrerinnen und Lehrern. Dafür brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen und unsere gesellschaftliche Wertschätzung. Dazu gehört auch, bessere Lehrer besser zu bezahlen. Nur dann werden sich die Besten der Herausforderung des Lehrerberufs stellen. In Zuge dessen setzen wir Freie Demokraten uns auch für eine bessere Bezahlung und Ausbildung des Kita-Personals ein.

 

CDU:

Wir wollen erreichen, dass die enorme Leistung, die Familien mit Kindern für unser Land erbringen, auch gesellschaftlich stärker anerkannt wird. Die Teilnahme und Teilhabe bei öffentlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen muss problemloser als bisher möglich sein. CDU und CSU stehen für eine gute Familienkultur. Wir wollen mehr als bisher Vorfahrt für Familien und Kinder in Behörden und Einrichtungen, beispielsweise an Flughäfen, Fahrkartenschaltern und Museen. Denn Familien und Kinder sind das Fundament unserer Gesellschaft.

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Diese Frage und die jeweiligen Antworten der Parteien sind ein Teil der Aktion #muttertagswunsch: Fragen an die Parteien zur Bundestagswahl

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