Wehrt Euch vernetzt Euch, bildet Banden!

All die erschöpften Mütter und Väter, die eine erfülle Zeit mit ihrer Familie verbringen wollen. All die Eltern, die ihre Kinder beim Groß werden begleiten wollen. All die Frauen und Männer, die ihren Job gut machen, ihre Familie ernähren, sich persönlich und beruflich weiter entwickeln wollen. Ihre Freundschaften und Hobbies pflegen wollen, sich ehrenamtlich in unserer Gesellschaft engagieren wollen, für ihr Alter vorsorgen und nicht nur eine Wohnung, sondern auch frische Luft und weite Felder für ihre Kinder brauchen. All die Eltern, die ihre Kinder gut versorgt wissen wollen, wenn sie arbeiten und die Unterstützung brauchen, wenn sie krank werden oder wenn jemand in der Familie pflegebedürftig wird.

All die Frauen und Männer, die sich um krude Erwartungen an Mutterschaft und Vaterschaft nicht mehr scheren wollen, die ihr eigenes Bild vom guten Leben und glücklicher Familie leben, egal wie viele Frauen und Männer und Kinder in dieser Familie leben. Die sich nicht in starre Arbeits- und Schulzeiten pressen lassen wollen, die mit 30 Stunden Arbeit in der Woche ausgelastet und sehr produktiv sind, die sich nicht dumm & dusslig an Steuern zahlen wollen, nur weil sie nicht verheiratet sind.

All diese Menschen, die müssten sich zusammen tun und eine Revolution anzetteln. Gegen die Strukturen in der Politik und in der Gesellschaft, gegen familienfeindliche Strukturen, die von einigen patriarchalischen Machthabern krampfhaft aufrecht erhalten werden. Auf dem Rücken der Menschen, die Kinder haben, an erster Stelle von Alleinerziehenden. Denn Alleinerziehende haben dieselben Probleme wie Familien, nur trifft es sie härter, alternativloser und sie sind wehrloser. Und sie haben noch ein paar Extra-Probleme obendrauf, wie Stress mit dem Kindsvater, Diskussionen mit Ämtern, kein Job, keine Rente, keine Kinderbetreuung und abgrundtiefe Einsamkeit, um nur einige zu nennen.

Wie schaffen wir das, uns und diese Revolution zu organisieren?

Man stelle sich vor, es gäbe einen Ort, wo all diese erschöpften Familienmenschen sich träfen. Nicht gleichzeitig, aber nach und nach und irgendwann waren alle mal da. An diesem Ort gibt es zunächst gutes Essen und Trinken, keine beruflichen Verpflichtungen und eine gute Kinderbetreuung. Dann gibt es ein paar Angebote, damit wieder Luft zum Atmen entsteht. Sport, Massagen, Kreatives, bissl Meditation.

Wenn wir dann nach ein paar Tagen den Kopf wieder ein bisschen freier haben, hören wir ein paar inspirierende Vorträge von klugen Menschen aus Soziologie, Philosophie, Kultur und Politikwissenschaft. Mit frischem Kopf und voller neuer Ideen setzen wir uns in Gruppen zusammen und planen die Revolution. Was wir wollen, ist klar und das haben wir mit Aktionen wie dem Muttertagswunsch bereits gesammelt. Wenn die Politik es nicht umsetzt, kümmern wir uns halt drum: Wo wollen wir ansetzen, wen wollen wir treffen und mit welchen Mitteln? Arbeitskampf, Streik oder online-Petition? Gründen wir eine Partei oder legen wir außerparlamentarisch den Bundestag lahm? Wer kümmert sich um die Website, um die Medien und um die Kinder?

Und was könne das für ein Ort sein?

Richtig: die Mutter-Kind-Kliniken! Es gibt diese Strukturen bereits, wir müssen sie nur für uns nutzen! Hundertausende Frauen und ein paar Männer fahren jedes Jahr in diese Mutter-Kind-Kuren, bekommen drei Wochen lang einen all inclusive-Urlaub mit Kinderbetreuung und Massagen. Sie lernen in den psychologischen Gruppengesprächen, sich zu entspannen, sich selber weiter zu optimieren, sich besser zu organisieren und auch mal zu delegieren (besonders hilfreicher Tipp bei Alleinerziehenden!), kurzum: sie werden wieder zusammen geflickt, damit sie nach der Kur wieder ins System passen und hübsch weiter funktionieren. Künftig werden sie in der Kur lernen, wie sie das System verändern können, denn der Staat ist für die Menschen da, nicht umgekehrt, nicht wahr?! Diese Psycho-Grüppchen, zu denen uns die Krankenkasse in den Kliniken verdonnert, werden unsere revolutionären Keimzellen. Statt Nordic Walking gibt’s „politische Wellen machen“ mit Christine Finke, statt Beckenbodentraining gibt’s juristische Basics des Arbeitskampfes mit Nina Straßner, statt Perlenketten auffädeln gibt’s Crash-Kurse von Robert Franken in Feminismus und statt dieser ulkigen „Mutter-Kind-Interaktion“ lehrt uns Susanne Mierau, dass eine liebevoll gebunde Kindheit der Grundstein für die einander zugeneigte und diskursfreudige Gesellschaft der Zukunft sein kann. Das Team der Blogfamilia unterstützt uns in PR und Sponsorensuche, Patricia Cammarata gibt Input zur Medienkompetenz auf allen Kanälen und Barbara Vorsamer erklärt uns, wie wir die Medien unterwandern. Wenn ich noch 5 Minuten länger überlege, fallen mir noch zig weitere Angebote ein. Vor allem aber lernen die Frauen und Männer hier voneinander, denn alle Familienmenschen sind Organisationsprofis und gewohnt, 10 Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten. Wir müssen uns nur miteinander vernetzen und voneinander lernen. Das Beste an alledem: die Krankenkasse bezahlt unser 3wöchiges Revolutionscamp sogar – perfekt!

Ich war bereits dreimal in Mutter-Kind-Kur und weiß, dass die Strukturen dieser Kuren sich perfekt eignen, um die Mütter und Väter zu erreichen, also: wehrt Euch, vernetzt Euch, bildet Banden!

So wird unsere Revolution vielleicht nicht nach 3 Wochen zum Erfolg führen, aber Stück für Stück, nach und nach erreichen wir sehr große Teile der Elternschaft, jedes Jahr so um die 160.000, die zu Hause, im privaten und beruflichen Umfeld, anfangen sich zu wehren, die neuen Ideen umzusetzen und die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.

Wir müssen nur noch das System infiltrieren, und dafür setzen wir einfach ganz oben an, bei Elke Büdenbender, der Schirmherrin des Müttergenesungswerkes, der Frau des Bundespräsidenten: liebe Frau Büdenbender, Sie wünschen sich, dass Mütter für ihre Leistung mehr Wertschätzung erfahren (Zitat von der Homepage des MGW): ich habe eine Idee, und ich hätte gerne einen Termin mit Ihnen!

Wehrt Euch vernetzt Euch, bildet Banden!

11 Gedanken zu “Wehrt Euch vernetzt Euch, bildet Banden!

  1. Anka Falk schreibt:

    Yes, let’s do it! Vielleicht wäre mal toll, eine Open Space Veranstaltung zu dem Thema zu machen und tatsächlich alle einzuladen und dann nach Hause zu gehen und jeder beginnt wo er gerade kann!

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  2. Annegret Remmler schreibt:

    Auf mama arbeitet würde ich nicht verweisen. Das ist eine Berufsquerulantin. Jeder Urlaub (Italien, Ostsee, usw.) war bei ihr Scheiße. Auch wenn dieser vom eigenen Vater bezahlt wurde. Dieser Frau kann man nichts recht machen. Lesen Sie mal Ihr Buch. Dazu sehr schlechte Ausbildung. Sehr viel Intrige im alten Job. Kenne jemanden, der mit ihr zusammenarbeiten musste. Sie ist extrem rechthaberisch bei maximal durchschnittlichen Leistungen. Daher ist auch die Kündigung in der Schweiz erfolgt. Sehr schlecht erzogene Kinder (die Große ist arbeitslos, der Sohn will weg ins Internat und die Kleine ist bekloppt). Sie selbst beschwert ist überall und bei jedem und flennt rum, wenn es Hatermail an die Stadträte gibt. Sorry, aber ein Verweis auf diese Person macht ihren Blog unglaubwürdig.

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    1. marta schreibt:

      Ich habe aufgehört bei Christine zu lesen weil ich die Art und Weise wie sie über die kleine Tochter berichtet nicht mehr ertrage. Die Tochter hasst viele Menschen in der Öffentlichkeit und daher verstehe ich nicht wieso alles im blog diskutiert wird inklusive meltdowns. Für mich ist das ein Vorführen. Autismusexperten haben auf twitter davor gewarnt und wurden geblockt. Sie selbst sagt dass Öffentlichkeit helfe. In welcher Form und wie genau verschweigt sie aber. Ich sage dass das halt klicks und Mitleid gibt und sie bei einem hartz iv Bezug später in Ruhe gelassen wird. Aber für die Tochter?? Vielleicht kann sie das ja mal erklären?

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      1. mutterseelesonnig schreibt:

        Was Sie mit Frau Finke zu klären haben, klären Sie bitte mit Frau Finke, hier ist der falsche Ort dafür. Ich habe sie hier erwähnt, weil sie sich mutig und unerschrocken auf politischer Ebene für Alleinerziehende engagiert.

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    2. mutterseelesonnig schreibt:

      Ich habe Christine Finke persönlich kennen gelernt (und ihr Buch gelesen) und kann Ihren Eindruck nicht bestätigen. Im Gegenteil: Sie ist eine engagierte und mutige Frau. Ihre Behauptungen hingegen Frau Finke und ihren Kindern gegenüber sind diffamierend, beleidigend und unverschämt.

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      1. gisela7809 schreibt:

        Mutterseelesonnig, Annegret Remmler ist fürchte ich ein Fake-Name und heißt in echt „Hans-Jürgen Müller“ oder so ähnlich. Das kann nicht ernst gemeint sein, besonders der Abschnitt über die Kinder!

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  3. gisela7809 schreibt:

    WUNDERBAR! Ich werde mich bei der nächsten MuKiKur im Mai gleich mal umhören, wer mitmacht.
    Wobei ich Deine Vorschläge, von wem dort die Vorträge kommen, noch weitaus interessanter finde!
    LG Silke

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