Ich habe Kinder, aber ich habe keine Familie

Und wieder dieses beschissene „Ich habe Kinder aber ich habe keine Familie“-Gefühl.
Weil Familie wäre ja, wenn wir alle füreinander da wären. Jeder jedem mal Halt gibt, Rat gibt, Trost spendet, mitfühlt, wieder zum Lachen bringt. Aber meine Familie ist eine Einbahnstraße: ich gebe Halt, spende Trost, fühle mit, bringe wieder zum Lachen. Ich bekomme das nicht, von niemandem. Weil kein Familienmitglied außer mir erwachsen ist. Sie sind Kinder. Ich kann mich nicht an sie anlehnen, meinen Kopf auf ihre Schultern legen mit dem guten Gefühl, dass da noch jemand anderes ist außer mir, der an alles denkt, der sieht und sorgt, der mit mir die Verantwortung und die ganzen Gefühle teilt. Wenn ich meinen Kopf auf ihre Schultern lege, dann eher physisch: weil wir beim Schmusen halt so gelandet sind. Und wenn sie mich zum Lachen bringen, dann eher aus ihrer kindlichen Komik heraus, aber nicht weil sie mir helfen wollen, den Kopf wieder zu heben. Sie sind Kinder und das sollen sie sein, ich kann und darf von ihnen überhaupt nicht erwarten, dass sie hier die Rolle des fehlenden Erwachsenen einnehmen. Was sie sicher eh schon zu oft tun.

Gerade jetzt, in den Ferien wo beide Kinder unterwegs sind, ist dieses beschissene „keine Familie“-Gefühl riesig. Denn ich bin allein. Ich höre die Nachbarskinder draußen spielen. Ich schaue in den Garten. Die Schaukel, der Hase, das Ringelblumenfeld. Im Flur die Wasserpistole, der Schulranzen, überall Lego. Wofür hab ich den ganzen Kram überhaupt? Manchmal denke ich: wir leben doch überhaupt nicht richtig zusammen. Wir sind so viel unterwegs. In der Schule, im Hort, auf der Arbeit. Wären hier zwei Erwachsene, könnten wir es besser teilen, wir würden vielleicht nicht beide Vollzeit arbeiten und die Kinder wären auch mehr zu Hause. Aber ich arbeite Vollzeit, der Sohn ist im Hort, die Tochter hat ständig Mittagsschule. Hier lebt keine Familie, hier sind ab und zu Leute, die hier schlafen und essen, und manchmal ist hier eine Erwachsene ein paar Tage allein. In einer viel zu großen Wohnung für 1 Person, in einer Familienwohnung ohne Familie. Ich weiß, stimmt alles gar nicht, hier tobt zwischendurch fettes Familienleben, alle sind da und wir haben wunderbare glückliche Zeiten zusammen. Aber dann sind hier wieder diese viel zu stillen Zeiten in der viel zu leeren Wohnung.

Ich wollte keine kinderfreien Wochenenden und kinderfreie Ferien. Ich wollte eine Familie.
Eine Familie, in der mir auch mal jemand Halt gibt, Trost spendet, mich zum Lachen bringt. Eine Familie, wo ich auch nach Feierabend mal mit einem Erwachsenen ein Gespräch führen kann. Macht aber keiner, keiner da.
Ich führe in meiner Wohnung ausschließlich Gespräche mit Kindern. Und wenn den Kindern die Gefühle platzen, dann halte ich sie fest, sammel sie wieder ein, rücke sie wieder gerade. Bis sie lernen, es alleine zu tun. Das dauert noch ein bisschen.
Ich bin hier die Starke, die Stabile, ich gebe und gebe und gebe. Mir platzt hier nix, kein Gefühl, weil dafür kein Raum ist. Mich fängt ja eh mich keiner auf und zudem irritiert es die Kinder im höchsten Maße. Natürlich bekommen die Kinder meine Stimmungen und Launen mit, aber immer in einem von mir noch kontrollierten Ausmaß.

Wenn die Kinder nicht da sind, gibt es eine kurze Pause von der Selbstkontrolle und ich starre in das Vakuum meiner Seele. Die Abwesenheiten der Kinder sind zu kurz, um mir was anderes aufzubauen. Netzwerk, Freunde, Hobbies. Und sie sind zu lang, um diese Leere auszuhalten. Wenn die Kinder da sind, habe ich keine Zeit, mir ein parallel-Leben aufzubauen für die kinderlosen Zeiten. Also sitze ich nun einfach auf dem Sofa, höre den Nachbarskindern zu, gucke die Katzen an, schreibe diesen Text und häkel Monster. Und zwar eine ganze verdammte Familie. Die Mutter ist schon fertig.

Monstermutter
Die Mutter ist mal wieder völlig neben der Spur
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Ich habe Kinder, aber ich habe keine Familie

57 Gedanken zu “Ich habe Kinder, aber ich habe keine Familie

  1. Berger schreibt:

    Und nun die andere Seite:
    Alleinerziehend ist die neue Seuche: immer wollen sie Hilfe, brauchen eine familienfreundliche Wohnung für lau (die am besten die Allgemeinheit zahlen soll), sie jammern rum, wegen Geld, wegen Zeit und dass sie die ganze Last der Welt tragen.

    Ich arbeite in einem Unternehmen, das Wohnungen vermietet. Glaubt mir: Mieter, die Alleinerziehend sind, sind nicht mehr gerne gesehen. Immer (!) ist der Kindsvater ein Trottel, warum man dann 2 oder 3 Kinder von dem hat, ist unklar. Immer fühlen sie sich unverstanden und immer kommt der Satz „niemand hilft mir“. Ja warum wohl? Vielleicht weil andere auch Probleme haben!

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    1. mutterseelesonnig schreibt:

      Und was haben Sie für ein Problem, dass Sie dermaßen auf Alleinerziehenden rumhacken? Und was genau in meinem Blog hat Sie dazu animiert, dies an dieser Stelle zu tun?

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  2. Eine vierfach AE schreibt:

    Danke für diesen Beitrag.
    Mir geht es sehr ähnlich.

    IMMER alles tragen zu müssen…und zwar allein. 😦
    Ich bin in der „glücklichen“ Situation, dass mein Ex die Kinder ebenfalls regelmäßig nimmt…weil er muss. Ich brauche diese Auszeiten, ich gehe raus…versuche zu leben, zu atmen, ….aber richtig Luft in die Lungen bekomme ich nicht.
    Ständig drückt die Sorge, die Verantwortung für vier Kinder, ob sie das alles so gut verkraften, keinen Schaden nehmen….zuviel alleine sind….

    Aber es gibt leider keine andere Option, die gab es nie……also strampel ich weiter, Tag für Tag…12 Tage lang, um für zwei Tage durchzuatmen, und um zu versuchen meinen Kindern eine Stütze zu sein, ihre Säule.

    Das Bild nach außen ist ein anderes…jeder sieht nur die taffe, starke Frau….die scheinbar genug Geld besitzt, n Vollzeitjob und vier Kinder organisiert bekommt, stark wie eine Löwin….dabei will ich mich doch nur mal anlehnen, und auch ein bisschen Halt bekommen, Verantwortung teilen, um Freude und Leid zu teilen, beim spaziergehen eine Hand zu fühlen und zu wissen: du bist nicht allein.

    Ich weiss also, glaub ich, ganz gut, wie du dich fühlst….aber eine Lösung hab ich auch nicht. Denn trotz allem, ist diese Situation noch besser, als sie es vor der Trennung war.
    „Der Weg ist das Ziel“….schön abgedroschen….aber irgendwie sehr passend….und diesen Weg beschreiten wir dann doch nicht ganz allein, ❤

    Alles Gute für dich und deine Kinder

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  3. Frederike schreibt:

    Ich bin alleinerziehend von zwei sehr kleinen Kindern (1 Jahr und 2 Jahre). Den Alltag bekomme ich kaum bewältigt. Ich möchte nicht Kinderfreie Tage oder Wochenenden (die gibt es eh nicht, dafür sind sie noch zu klein), sondern jemanden, der die Kinder fertig fürs Bett macht während ich den Tisch abräume (oder anders rum), weil so jeden Abend fast alles liegen bleibt. Jemanden, der mit mir spricht. Jemanden, der mit mir die Verantwortung des Alltags trägt. Jemanden der nach den Kindern guckt wenn ich mal auf Klo muss, duschen, oder mal fünf Minuten für mich brauche.

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  4. eine Mama schreibt:

    Ich verstehe es, mein Mann ist vor einem halben Jahr gestorben. Diese Woche den 4. Geb.tag der Kleinen gefeiert. Uns geht es „gut“, aber neben der Verantwortung, die ich total alleine habe (schon seit der Geburt der Kleinen, da mein Mann dies nicht mehr konnte), fehlt mir auch jemand, mit dem ich meine Gedanken und meinen Arbeitstag „teilen“ kann. Meine Wünsche, Träume. Allerdings sagte die Kleine heute zu mir „Mama, wir sind auch eine Familie, aber eben mit 2 Personen“. Und das trifft es doch wirklich, oder? Und der Rest wird sich geben.
    Ich weiß nicht, wie alt deine Kinder sind. Aber bei uns ist das keine Einbahnstraße. „Jeder jedem mal Halt gibt, Rat gibt, Trost spendet, mitfühlt, wieder zum Lachen bringt.“ – das ist bei uns der Fall. Nicht jeder Rat einer 4jährigen ist zu befolgen, und sicher fließt mehr von mir zu ihr als umgekehrt…aber ich bekomme so viel zurück. Und bin dankbar dass ich sie habe.

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  5. Kristin schreibt:

    Ich selbst mach viel „Innere Kind“-Arbeit mit meiner Ergotherapeutin. Es wäre sicher interessant zu wissen, warum dein Inneres Kind davon getriggert wird, also was die Kleine in dir gerade braucht, was sie bis jetzt nicht bekommen hat. Vielleicht findest du ja etwas in dir, was die Frage beantwortet…

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  6. Mach dir ne To do Liste mit Dingen die dir immer mal wieder in den Kopf fahren, und arbeite sie in deiner Kinder freien Zeit ab. Das bringt Ablenkung und Spaß. Menschen lernt man überall kennen, nur eben nicht allein in der eigenen Wohnung… ich sprech da aus Erfahrung. Alles Liebe!

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    1. mutterseelesonnig schreibt:

      Danke, aber es geht nicht darum, dass ich nix zu tun hätte oder nicht vor die Tür käme. Diese Gefühle sind da, ob ich beschäftigt bin oder nicht, also stelle ich mich Ihnen. Zum Beispiel durchs Aufschreiben.

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  7. Kristina schreibt:

    Danke für diesen berührenden Text. Auch ich weiß wie sich das anfühlt. Habe so oft das Gefühl, mir wurde durch die Trennung so viel genommen, ohne dass ich darauf Einfluss nehmen könnte, nämlich die Chance auf eine „normale“ Familie, mit allem was dazu gehört. Ja klar, irgendwann ist es sicherlich besser und vielleicht gibt es ja doch irgendwann noch einen anderen Mann und ja, ich hab eine enge Freundin, die viel auffängt, aber trotzdem: ich hatte mir das auch anders vorgestellt… Wünsche dir und allen anderen viel Kraft.

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  8. Mom_de_Lux schreibt:

    Liebe Mutterseelesonnig, danke fuer’s Aufschreiben und den Mut es so offen zu beschreiben. Wenigstens virtuell zu erfahren dass man nicht alleine dasteht mit solchen Gefühlen, dass da Menschen sind, die verstehen würden – das hilft sich selbst nicht auch noch zu verurteilen weil man’s „nicht besser gebacken kriegt“.

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  9. Noch eine Anmerkung zu meinem ursprünglichen Kommentar: Ich hatte da geschrieben, dass ich mich auch ein wenig von anderen Frauen zurückgezogen hatte, weil ich wenig Solidarität erfahren habe. Warum das so ist, sehe ich an den allgemeinen Trennungs-Diskussionen, wie auch hier in den Kommentaren: Ich bin immer die Exotin, denn ich bin mit einem Mann zusammen, der ein „abgetrennter Vater“ ist. Ja, das gibt es! Er war – ohne es zu wissen – der Seitensprung einer Frau, die unbedingt ein Kind wollte, aber bereits mit einem älteren Partner fest zusammen war, der kein Kind mehr wollte. Dieser ist wohlhabend, Mehrfamilienhaus, eigenes Boot, viele Reisen. So kam mein Freund damals gerade recht. Noch während der Schwangerschaft hat sie ihn abserviert und den vermeintlichen „Vermieter“ als ihren langjährigen Partner geoutet mit den Worten: „Du kannst jetzt eigentlich verschwinden“. Seit dem kämpft er um seine Tochter. Er hat immer gezahlt, immer den „Umgang“ eingehalten, sich immer versucht zu kümmern. Das hat ihn teils so aus der Bahn geworfen in den letzten Jahren, ich habe schon alles miterlebt: Psychotherapie, lange in einer Tagesklinik, Einnahme von Antidepressiva, nicht arbeiten können (dafür ich um so mehr, sonst reicht das Geld nicht!), hohes Ruhe- und Schlafbedürfnis, starke Stimmungsschwankungen. Und ich weiss ja, das geht mindestens noch 10 Jahre so weiter, dann ist die Tochter 18, dann muss er sich wenigstens nicht mehr mit der Mutter auseinandersetzen. 10 Jahre! Ich weiss nicht, ob ich das schaffe.
    Alleinsein, Familie leben, das hat viele Facetten und ich wünsche mir, wir sind einfach solidarisch miteinander, stehen uns gegenseitig bei, egal in welcher Situation wir sind – sich gegenseitig stützen hilft manchmal schon viel!

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  10. Sylvia schreibt:

    Annette, vielen Dank für deinen Text. Er ist berührend. Ich selbst bin nicht AE und finde Texte wie diese wichtig um aufzurütteln
    Ihr müsst Unterstützung bekommen von der Gesellschaft, der Politik !

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  11. Izabel schreibt:

    Dein Text spricht mir ebenfalls aus dem Inneren. Niemals hätte ich gedacht, dass das „Alleinerziehendsein“ mich mal so belasten wird. Ich bin es von Anfang an. Dachte damals, dass ich weiß was auf mich zukommt. Hatte die Vision dass ich das alles mit Links wuppe, mein Sohn und ich ein Dreamteam sein werden. Die Realität sieht so anders aus. Ich fühle mich allein, überlastet, unverstanden. Ich fühle mich kraftlos, krank und freudlos. Es frustriert mich dermaßen, dass die Last des AlleinElternsein, die Verantwortung, die Entscheidungen etc.das Gefühl von Glück förmlich erstickt. Meinem Sohn und mir mangelt es an nichts. Wir haben eine schöne Wohnung, einen großen Garten, ein Auto, ich hab einen Job…. Wir sind eigentlich gesund, trotzdem fällt es mir unendlich schwer, all das zu schätzen und mich daran zu erfreuen und glücklich zu sein. Zumal ich eigentlich gar keinen Partner aktuell möchte. Oft sitze ich abends da und frage mich, warum das so ist?! Macht alleinerziehendsein krank? Nie ist eine helfende Hand im passenden Moment da. Die gesellschaftliche Ungerechtigkeit so groß, sei es finanziell oder im Umgang mit dem anderen Elternteil. Ständig muss man Dinge schlucken, hinnehmen, akzeptieren und noch Dankbarkeit zeigen, obwohl einem zum Schreien und Heulen ist. Freunde werden weniger, weil keine Zeit mehr da ist. Die eigenen Eltern sind weit weg. Die Liste an Ratschlägen und Weisheiten so lang, ich kanns schon nicht mehr hören und lesen. Genauso denke ich das mein Umfeld, meine Sorgen und Probleme nicht mehr hören kann, weil sie es vielleicht nicht verstehen?! Denken ich lass mich gehen und hängen… Dann fange ich erneut an, an mir zuzweifeln. Ist es vielleicht wirklich so? Lass ich mich hängen, lass ich mich fallen in das Gefühl des Alleinsein?

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  12. Pia schreibt:

    Es geht mehr Frauen so als man denkt. Und zwar, wie oben schon beschrieben, Frauen, die nicht offiziell den Status „Alleinerziehende“ haben.
    Ich fühlte mich vom Titel direkt angesprochen, verstanden, angenommen und dabei habe ich technisch noch einen Erwachsenen im Haus. Der schläft hier, isst hier und spielt mit dem Kind.
    Und doch prallt dieser Wunsch nach geteilter Nähe, nach dem engen Band „Familie“ allzu oft auf einsame Realität und verlorene Abende.
    Warum Carolin sich nicht für sich selbst und gegen geteilte Einsamkeit entscheidet mag man nur mutmaßen, aber es ist bei mir die Angst, die -und wenn auch noch so winzigen- Momente der Anlehnung zu verlieren.

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  13. Claire schreibt:

    Dein Text hat mich sehr berührt. Ich lebe zwar Familie mit Partner, dennoch konnte ich einige Punkte auch in meinem Leben wiederfinden… Vor allem die Frage: „lebt hier überhaupt jemand?“ hallt in mir nach. So ist es auch bei uns. Wir arbeiten beide, können es uns nicht leisten weniger zu arbeiten. Hetzten vom Frühstückstisch zur Kia zur Arbeit zur Kita und nach Hause. Auf den Wegen Einkaufen, Sachen erledigen. Die Kinde sind als erste in der Kita, gehen als letzte. Es bricht mir das Herz, ihre Kindheit so zu sehen. An richtig guten Tagen sind sie und ich ab ca. 17:00 Uhr zu Hause. Aber Zeit füreinander als Familie wie von Dir beschrieben ist dann nicht. Auch bei uns ist die restliche Zeit gefüllt von Kinder erleben und mit ihnen leben, trösten, Seele streicheln etc. All das und noch der Alltag (Kochen, Einkaufen, Putzen) laugen mich so aus, dass ich abends ins Bett falle. Keine Erwachsenengespräche mehr führen möchte und kann. Freundschaften gibt es, aber wir schaffen es maximal 1 mal im Monat uns zu treffen. Die Last des Alltages macht mich trotz Partner einfach zu müde und irgendwie auch einsam. Du schreibst, zu Zweit könnte man eventuell teilen und einer weniger arbeiten oder so. Schöne Vorstellung. Das wünsche ich mir auch, doch ist unser Einkommen nicht hoch genug dazu. Das geht nur wenn einer richtig viel verdient, zwei die mittelmäßig oder gar wenig verdienen können sich das nicht leisten. Ich möchte Deine Gedanken und Last nicht kleiner machen, ich habe auch verstanden, dass es hauptsächlich um die Loslösung vom Familienkonzeptwunsch geht. Jedoch habe ich etwas Verklärung gespürt in Deinem Text. Die Vorstellung, dass es zu Zweit mit zwei Erwachsenen anders ist. Ist es nicht viel. Zumindest bei mir.

    Ich wünsche Dir viel Kraft den Alltag zu bestehen und Lebensfreude zu spüren und den Abschied vom Konzept Familie gut zu bewältigen!

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  14. Tina schreibt:

    Dein Text hat in mir zwei Gefühle ausgelöst: Mitgefühl sowie das Bedürfnis dir zumindest virtuell eine Umarmung zu schicken und Angst. Angst und Respekt vor dem was bald auf mich zukommt.

    Ich habe eine 1-jährige Tochter, bin im 6. Monat schwanger und seit kurzem getrennt.
    Vorgestern habe ich eine Wohnung besichtigt und dabei zum ersten Fall die aufkommende Traurigkeit, die sich stechend in meine Seele brannte gespürt, als ich das Paar beobachtete, das ebenfalls Interesse an der Wohnung hatte. Sie lachten, machten Pläne, wie sie die Zimmer gestalten würden, sie lehnte sich liebevoll an seine Schulter.
    Ich bin, so denke ich, ein ziemlich harter Knochen und doch musste ich in diesem Moment die Tränen unterdrücken.

    Ich nehme meine Tochter, die auf dem Boden herum krabbelt, auf den Arm und kitzele sie etwas. Sie soll meine Traurigkeit nicht sehen.

    Ich drücke dich also und wünsche dir, mir und allen Alleinerziehenden da draußen, dass uns die Traurigkeit nicht allzu oft überkommt, wir lernen mit ihr zu leben oder wir sie eben manchmal einfach zulassen können. Denn sie soll sich nicht anstauen und das Lachen, die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit, die auch noch in uns wohnen, verdrängen.

    Tina

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  15. MamivonN schreibt:

    Huhu! Sehr schön geschrieben. Die Emotionen schwappten wirklich durch mein Smartphone in meinder Herz.
    Genauso geht es mir aber ich lebe mit dem Vater meines Kindes zusammen. Das einfach niemand da ist, das ist so traurig. Ich verstehe dich, trotzdem ist deine Situation eine andere, schwerere.
    Ich wünsche dir viel Kraft. Lg

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  16. Dein Text hat mich sehr nachdenklich gemacht. Bei uns ist es ja ganz anders, wir sind drei Elternteile und können genau das, was du beschreibst (aufteilen, Verantwortung abgeben, entlasten) meistens ganz selbstverständlich umsetzen. Am Anfang, als die Zwillinge gerade da waren, hatte ich öfter den Gedanken „Wie schaffen das bloß Alleinerziehende?!“ Das ist inzwischen weniger geworden, aber solche ‚Einblicke‘ in die Situation von alleinerziehenden Elternteilen macht einem doch sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass eine Familie nicht zu ‚klein‘ wird. Wozu der „Trend“ (wenn man so ein Wort dafür benutzen mag) im Moment ja durchaus neigt.

    Die Idee, dass man sich über Wohnraum organisieren könnte, gezielt als Alleinerziehende oder Eltern in Nachbarschaften/Kommunen zieht, in denen ein soziales Netz im Nah-Umfeld aufgebaut werden kann, welches fehlende verwandtschaftliche Unterstützung auffängt, finde ich wirklich gut. Gerade Erfahrungsberichte wie deine machen die Notwendigkeit für Abhilfe hier deutlich. Leider weiß ich nicht, wie man das anstoßen könnte, dass sich da auch von offizieller Seite mal Gedanken drum gemacht wird. Es wäre sicher sehr lohnenswert.

    Allgemein wünsche ich dir sehr viel Kraft für den (zu oft) einsamen Alltag.

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  17. Dani schreibt:

    Liebe Annette,
    dein Text hat mich zutiefst berührt, weil er genau das beschreibt, was ich erlebe. Ich bin erst seit zwei Jahren von dem Vater meiner beiden Jungs getrennt und merke erst langsam, was das Allein-Sein in all seiner Konsequenz eigentlich für mich bedeutet. Vor allem ist mir ein Rätsel, wie ich jemals wieder eine funktionierende Beziehung führen soll – wann denn genau überhaupt? Alle zwei Wochen am Wochenende?
    Es tut mir leid, dass es so viele unpassende Reaktionen auf deinen Beitrag gibt und hoffe, dass du dich davon nicht runterziehen lässt – deine Texte hier sind wichtig, für mich und viele andere!
    Beste Grüße,
    Dani

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  18. Ach du, ich schicke dir eine dicke Umarmung und viel Kraft rüber. Ich kenne das alles ja leider auch viel zu gut und merke wie fertig es mich macht. Für mich gibt es die Möglichkeit wegzuziehen, zu meiner Schwester. Die gibt es leider nicht für jeden. Bitte hör nicht auf zu schreiben, du machst das so wunderbar!

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  19. Christin schreibt:

    Dieses „du hast keine Familie“ Gefühl ist das allerschlimmste für mich an dieser ganzen sche*** Situation! Ich wollte NIE „nur“ Kinder. Ich wollte eine Familie mit Kindern! So eine wie ich in meiner Kindheit hatte. Und nun bin ich alleine mit Kindern. Und möchte manchmal an dieser ganzen Situation… dieser Verantwortung verzweifeln.
    Ja ich genieße meine wenigen Freiräume die ich habe. Nutze sie bewusst für mich. Raffe mich auf und geh nach draußen. Treffe die wenigen Freunde die ich habe. Und die Ausnahmslos alle eine Familie haben… Die machen sich alle Sorgen um mich, dass ich es nicht schaffen könnte… weil ich alleine mit meinen beiden bin. Dabei ist für mich nicht der Alltag oder die finanzielle Situation oder das alleine sein dass belastende… sondern der Abschied von meinem Traum einer Familie…
    Ich versteh dich so gut! Und danke dir für deine Worte!
    LG
    Christin

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    1. Andrea schreibt:

      Liebe Christin,
      genau so habe ich es einer Freundin neulich beschrieben: für mich ist es auch am schlimmsten, mich von dem Bild der klassischen Familie zu verabschieden. Für mich war Kinder = Familie immer völlig selbstverständlich und ich habe (noch) kein alternatives Bild für mich gefunden. Dieses Scheitern zu akzeptieren ist wahnsinnig schwer. Bei mir ist es jetzt ein Jahr her… Liebe Grüße, Andrea

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  20. jukae schreibt:

    Ich kenne das auch. Bei mir ist es mal so, mal so… Ich hoffe, ich bekomme es wieder ein Stückchen besser hin als in den letzten Sommerferien. Kleine Schritte sind, denke ich, besser. Setze die Erwartungen nicht zu hoch an Dich selbst. Ich kann alles voll nachvollziehen, was Du schreibst. Ich drücke uns die Daumen.

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  21. Ich kann nicht wirklich mitreden, weil meine Familiensituation anders ist. Allerdings finde ich einen Kommentar mit dem Stichwort Vernetzung bzw. WG interessant. (Im nicht vergleichbaren Kleinen haben wir das zu dritt mit geteiltem Mittagstisch gemacht, dh einen Tag in der Woche mal nicht auf die Uhr schauen und kochen bzw betreuen müssen – wir haben alle keine Grossmütter ums Eck); meine blauäugige und sicher auch naive Idealvorstellung in der Situation als AE wäre ein Haus zu zweit oder dritt gemietet, geteilte Haushaltskasse bzw Hausarbeit, Betreuung etc. Aber das muss natürlich auch gut passen untereinander…

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      1. Ich finde, wir brauchen dafür ein Förderprogramm vom Bund für sozialen Wohnungsbau in der Kommune. Denn genau DAS ist ein riesiges Problem: Alleinerziehende haben wenig Geld und sind oft auf öffentlich geförderten Wohnraum angewiesen. Da sind aber WGs nicht vorgesehen, und du kannst ja nicht ohne gemeldet zu sein, mit Kindern irgendwo wohnen.

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      2. Melli Zelli schreibt:

        Hallo erstmal drücke ich euch ganz lieb,die ihr kraft sucht! Dann möchte ich euch genau dafür Kraft geben! Es ist absolut möglich auch in der Konstellation ein WG-Leben zu führen oder in eine große Gemeinschaft zu ziehen! Davon gibt es sogar in Deutschland viel mehr als man denkt! Mit untersvhiedlichen Ansätzen in den veeschiedenen Ecken Deutschlands. Vllt einfach mal das Internet befragen, wenn da Interesse besteht. Auch in FB-Gruppen für bestimmte Erziehungskonzepte tun sich immer wieder Frauen mit Kindern zusammen! Die Miete wird je nach Größe geringer, die Zeit immer mehr. Man braucht weniger Zeit in Lohnarbeit zu investieren, nur alle paar Tage groß kochen, kann Abends die Gesellschaft anderer „Erwachsener“ genießen und miteinander wachsen. Gerade die Kinder profitieren meist ausnahmslos von solchen Konzepten. Nach anfänglichen Umstellungen hat man sich meist auch schnell eingewöhnt und kann die Vorzüge der Gemeinschaft in vollen Zügen ausnutzen. Habt Mut zur Größe! Es ist weder das Geld noch grenzenloser Wohnraum was euch glücklich macht. Es sind die Menschen und Tiere, die ihn füllen ;). Wenn schon einer von euch in einem Haus wohnt, vllt Zimmer zusammenlegen und das einfach nutzen? Ich wünsche euch viel Kraft aber auch den Mut zum Umdenken! Es lohnt sich! ❤

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  22. Bg schreibt:

    Es ist schwer. Aber man braucht ja nicht unbedingt ein ganzes parallel leben. Es gibt ja auch Hobbies die nicht zeitaufwändig sind und spontan gehen. Oder an die man von früher anknüpfen kann. Häkeln zum Beispiel 🙂 da gibt es doch Gleichgesinnte.. .. Muss ja nicht immer eine tiefe Freundschaft sein, auch oberflächliche nette Kontakte tun gut.
    Und die Traurigkeit über die nicht vorhandene Familie…weg geht sie nicht, aber man lernt damit zu leben.

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  23. Schöner Text mit ernstem Inhalt
    Ich kann Dich gut verstehen und wünsche Dir viel Kraft.
    Warum muss nur alles immer so kompliziert sein? In meiner Nähe brechen gerade sehr viele Partnerschaften auseinander, kaum auszuhalten.
    Ich lebe in einer Patchworkfamilie, „den Kindern geht es supergut“, wie man so schön sagt, denn mein Ex und ich haben das irgendwie gut hingekriegt. Sonntags hab ich Kinderfrei und genieße den Tag wirklich, faulenze rum, weil ich ansonsten viel und anstrengend arbeite.
    Und ich habe einen Freund, der der zweite Papa für die Kinder ist und den sie sehr lieben.
    Aber mein Freund ist auch ein „abgetrennter Vater“, der SEHR unter dieser Situation leidet und das hat ihn über die letzten Jahre auch gewissermaßen krank gemacht, d. h. ich habe häufig einen depressiven Freund, der auch kein Ansprech- und Anlehnpartner ist.
    Insofern bin auch ich oft „allein“, habe keinen Erwachsenen, mit dem ich reden kann.
    Auch ich spreche dann nur mit den Kindern.
    Freundinnen hab ich nicht so viele, im Grunde nur noch eine, mit der ich mich treffe. Durch Scheidung, Alleinsein, neuer Freund, viele Arbeit sind einfach keine übrig geblieben. Zudem hab ich nicht oft Solidarität unter Frauen erlebt und mich daher eher zurückgezogen.
    Daher: Alles Gute! Einfach ist es nirgends.

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  24. Rea schreibt:

    Wie kann man sich nicht freuen endlich mal Zeit für sich zu haben, das zu tun wozu man lust hat ohne Kinder, einfach in Ruhe einen Kaffe zu trinken der nicht kalt wird, endlich mal nicht erst um 22 ihr in die Wanne gehen zu können wenn die Kids schlafen . Endlich mal nicht jeden Abend Spielzeug wegräumen. Freunde treffen und Erwachsenen Gespräche zu führen , ein paar Drinks haben ohne Heim zu müssen. Wieso braucht man einen Mann an der Seite der vielleicht noch verlangt das jeden Abend das Essen am Tisch steht noch von ihm Socken wegräumen zu müssen zusätzlich zu den der Kinder. Ich liebe mein Kind aber ich liebe auch die Zeit mit mir alleine. Ich würde mich freue jemanden zu haben der mein Kind in die Ferien nehmen könnte um endlich wieder ein paar Tage für mich zu haben. Muss es immer dieses normale Familie sein. Familie können auch Freunde sein. Familie ist nicht immer Mutter, Vater Kind. Genieße einfach die Zeit die du für dich hast. Geh raus treffe Menschen. Ich finde Frauen sollten sich viel besser vernetzten dann wäre vieles einfacher. Viele Frauen würden sich nicht alleine fühlen man könnte sich mit den Kindern besser unterstützen , finanziell wäre die Lage auch besser wenn Frauen einfach Wohngemeinschaften gründen würden. Für was braucht man Männer die den Kühlschrank leer essen wie Caroline schriebt. Danke auf so einen verzichte ich, da bin ich lieber alleine .

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    1. mutterseelesonnig schreibt:

      Ja, wie kann man nur meine Gefühle haben, blöd gell?! Und auf Deine guten Ideen noch nicht gekommen sein? Rausgehen, Vernetzen, WG gründen. Als ob ich all das nicht längst getan hätte und noch tun würde. Diese Gefühle sind trotzdem da, natürlich nicht immer, aber eben manchmal und dann sehr präsent. Und dann ist ein Kommentar wie Deiner wirklich nicht hilfreich.

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      1. Julia schreibt:

        Da hast Du so recht, wie kann man nur solche Gefühle haben und auch ich darüber schreiben…“Ach freu Dich doch, endlich mal Zeit für Dich zu haben.“ „Ich wäre so gern mal allein.“ „Endlich kannst Du machen wozu Du Lust hast.“ Nein, verdammt das kann ich nicht!! Ich will an Sonntagnachmittagen im Garten sitzen, meine Kinder um mich rum haben und abends kommen andere Erwschsene mit anderen Kindern zum Grillen vorbei. Ich will Radtouren machen mit den Kindern, ich vorneweg, die Kinder dazwischen und der Papa hintendran. Ich will all die Dinge machen, die man viel besser als Familie mit nicht nur einem Erwachsenen geregelt bekommt. Ja, ich kann all das machen, auch ohne Mann. Ja, und natürlich sind wir zu dritt auch eine Familie und ja, ja, ja es ist nicht alles besser mit Mann.
        Aber verdammt, so wie Du es schreibst, stimmt es. Auch ich habe es mir anderes vorgestellt. Ich wollte all die Dinge machen, die man als „normale“ Familie macht. Jetzt sitze ich hier am Sonntag Nachmittag allein in meiner Wohnung und kuriere meinen Kater aus, da ich gestern Abend bei Freunden, auch ohne Kinder mit dabei war. Aber ich hätte sie gern dabei gehabt. Ich hätte sie gern immer um mich.
        Die Kinder leben meine Vorstellungen von einem Familienleben an den Wochenenden, wenn sie nicht bei mir sind. Sie haben den Garten, 2 Erwachsene, die sich um sie kümmern und machen dieses Freizeitprogramm, von dem ich träume.
        Und ja, ich kann die Kommentare schon hören, dass es in vielen Familien auch nicht toll ist und man sich organisieren soll und zusammenschließen. Aber es gibt einfach Tage, da ist einem der Verlusst des Traums einfach so schmerzlich bewusst, dass der Enthusiasmus Gleichgesinnte zu finden im Halse stecken bleibt. Was an sich bei der Anzahl der Tage, an denen man die Möglichkeit dazu hätte eh schwierig ist. Und dann verplempert man diese Tage, in denen einem die Welt offen steht freudestrahlend und voller Energie neue Kontakte zu knüpfen mit anderen alleinerziehenden Müttern, mit denen einen vielleicht nur die Tatsache verbindet, dass man Alleinerziehende ist, auf dem Sofa, suhlt sich im Selbstmitleid, liest einen Artikel, der einen zu Tränen rührt und hofft, dass die gemein strahlende Sonne bald wieder untergeht und morgen die Kinder wieder da sind.

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      2. mutterseelesonnig schreibt:

        Danke Dir für diese Worte, denn genauso ist es. Wenigstens regnets inzwischen😳. Alles Gute für Dich!

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    2. @Rea: Ich glaube, Du unterschätzt, wie schnell „allein sein“ zu „einsam sein“ werden kann. Es geht Mutterseelesonnig gar nicht um das Kinderfrei haben, sondern darum, dass kein anderer Erwachsener da ist, um das Leben zu teilen. Ich finde, das sagt sie auch ganz „sonnenklar“. Kinder nerven mal, klar, und dann bin ich auch ganz froh, wenn sie mal nicht da sind, bei Freunden, beim Papa, in der Schule…das ist aber was anderes. Wenn man keinen erwachsenen Ansprechpartner für die ganzen kleinen und großen Alltagssachen hat, dann ist es wirklich sehr, sehr still, wenn die Kinder nicht im Haus sind. Und das fühlt sich manchmal eben furchtbar an. Im Jargon meines pubertierenden Sohnes: RESPECT, Mutterseelesonnig!

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  25. Moniki schreibt:

    Schöner Text sprichst mir aus der Seele

    Verliebt in das Monster 👍

    Ich habe den Sport wieder für mich entdeckt und immer wenn ich alleine bin Sport Sport Sport oder ich baue Freundschaften wieder auf welche ich viel zu lange vernachlässigt habe..

    Viel Kraft weiterhin

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  26. Carolin schreibt:

    Ich selbst bin „frische“ Mutter. Habe einen Partner, einer der hier lebt und Dreck macht, einer der mit isst und den Kühlschrank leert, eine der 14tägig 2 pubertierende Kinder mit bringt.. aber sonst – sonst ist er leider nichts. Nichts von all dem was du dir wünschen würdest.
    Vuele Alleinerziehende würden nun sagen, sei du ja still, du hast wenigstens keine finanzielle Not – bist abgesichert ABER Nein liebe Mütter bin ich nicht. Wir sind nicht verheiratet, er gibt mir keinen „Unterhalt“ in der Elternzeit und wenn ihm was ist unser Sohn noch nichtmal abgesichert. Wir wohnen in SEINER Wohnung und er steuert nichts bei zum unterhalte unseres Sohnes… auch das auffangen, mit einem Erwachsenen reden etc. erfahre ich hier nicht. Von unterstützung ebenfalls keine Spur.
    Nun ist es aber zu spät um die Reißleine zu ziehen noch würde ich keine Kinderfreie Zeit ertragen. Noch heißt es abwarten- nur auf was….
    Liebe Bloggerin ich verstehe dich sooo gut!!!

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    1. Liebe Carolin, das klingt übel, echt übel. Bist Du sicher, dass Du Dir das auf Dauer antun musst und willst?
      Ich dachte beim Lesen des Textes auch, dass ich mir nicht erlauben darf zu behaupten, ich hätte es jahrelang mit Vater der Kinder im Haus ebenso scheiße gehabt. Hatte ich vermutlich nicht, aber: „Ich wollte eine Familie.
      Eine Familie, in der mir auch mal jemand Halt gibt, Trost spendet, mich zum Lachen bringt. Eine Familie, wo ich auch nach Feierabend mal mit einem Erwachsenen ein Gespräch führen kann. Macht aber keiner, keiner da.“ Trotzdem, ich kenne das hier, auch mit Partner! Und habe mich entschieden, dann lieber ohne ihn zu sein!

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  27. Diesen Text zu Lesen macht mich sehr Fassungslos. Fassungslos deswegen, weil ich mir die Einsamkeit zu einem kleinen Stück vorstellen kann, aber ich bin mit mir allein und kann zurücktreten vom Kümmern, wenn ich das möchte.

    Tag für Tag für die Kinder da zu sein und sich der Probleme anzunehmen, das fühlt sich aufreibend an. Da kann man nicht eben „Stopp“ sagen oder sich zurückziehen und wenn ich mir überlege wie oft ich als Kind Hilfe gebraucht habe, dann habe ich eine leichte Vorstellung davon, wie es ist am anderen Ende zu stehen und diese Hilfe geben zu müssen.

    Dann wiederum glaube ich aber auch, das auch in einer Familie in der Vater und Mutter in greifbarer Nähe sind, dieses Kümmern nicht unbedingt gegeben ist, obwohl es generell wichtig wäre. Eltern und gerade Alleinerziehende Eltern brauchen Menschen bei denen sie ihre Sorgen kommunzieren können/dürfen.

    Ich denke darüber nach, was man konstruktiv tun könnte. Damit eine alleinerziehende Mutter überhaupt die Chance hat Menschen zu treffen, die auch ihre Sorgen ernst nehmen und bei denen es sich abschalten lässt, müsste es ja Freiräume geben.

    Aber die sind ja nicht vorhanden. Woher auch? Ich wünsche allen alleinerziehenden Eltern das sie es irgendwie schaffen und ich wünsche Ihnen auch Menschen in der Nähe – Freunde, die hinsehen und ihre Hilfe anbieten.

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  28. Ach, Annette. Schade, dass wir nicht in derselben Stadt wohnen! Aber selbst dann wären wir halt auch nur gute Freundinnen, so wie wir das auch über die Entfernung sind. Keine Familie. Mir fällt in den Ferien auch immer besonders die Decke auf den Kopf. Häkel doch gleich ein paar Monster für mich mit.

    Liebe Grüße, Christine

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