Immer auf standby. Von wegen alleine und frei.

Alleine entscheiden, wo das Sofa steht, welche Farbe die Wand hat, was wir heute Abend essen, was wir am Wochenende machen. Wohin wir in Urlaub fahren, wie lange die Kinder in den Computer gucken und ob sie schon im Festival-Alter sind. Wenn ich abends raus gehen will, bestelle ich einen Babysitter, der pünktlich kommt und weg bin ich. Wenn wir zu Abend essen, decke ich für drei Leute. Nicht für vier, von denen einer nicht oder sehr spät kommt, und ich muss nicht mehr sagen „ich weiß nicht, wann der Papa kommt“, sondern ich sage „Der Papa ist nicht da, den seht ihr am Wochenende“. Das ist zwar erst mal doof, aber letztlich verbindlicher für die Kinder als dieses ewige „Papa kommt heute später erst wenn Ihr schlaft nicht“.

Diese neue Wohnung ist unsere Wohnung, von uns drei. Nicht vier, von denen einer oft fehlt. Sehr oft, zu oft. Hier gibt es auch kein Arbeitszimmer, wo manchmal einer sitzt und auf 2-3 Bildschirme guckt. Einer, dessen Hinterkopf vor diesen Bildschirmen ich schon fast besser kenne als die Vorderseite. Hier in unserer Wohnung ist überall Platz für die Kinder und mich, überall kleben Piraten und Pferde, hängen Kinderzeichnungen und Monster. Steht ein Schlagzeug aus Küchentöpfen tagelang im Flur, wird eine Höhle gebaut, durch die ich in mein Bett kriechen muss. Hier schlafen wir alle in einem Bett oder jeder in seinem, wie wir gerade Lust haben.

Das war vor sieben Jahren. Ich hatte mich getrennt, ich war allein, ich war frei.

Naja, ganz alleine natürlich nicht, da sind ja noch zwei Kinder. Und ganz frei nun auch nicht: Ich bin in Stuttgart geblieben, obwohl ich nur des Mannes wegen dorthin gezogen bin. Nach der zerbrochenen Liebe zum Mann hat sich die Liebe zu dieser Stadt bis heute nicht wirklich eingestellt. Meine rheinische Kontaktfreudigkeit stößt eher auf Verwunderung als auf Gegenliebe, und so kenne ich zwar sehr viele Menschen, aber die Tage, an denen spontan jemand anruft oder gar mit einer Flasche Wein vor der Tür steht, sind selten, bzw. kommen gar nicht vor. Warum bin ich dann geblieben?

Die Kinder, zum Zeitpunkt der Trennung 4 und 5 Jahre alt, sind in einer großartigen Eltern-Kind-Initiative mit familiären Strukturen ganztags untergebracht. Sie kennen alle Familien und alle Kinder, auch die in den anderen Gruppen, und sie werden bis zum 10. Lebensjahr dort einen sicheren Platz mit Bio-gekochtem Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, viel Förderung, Spiel und frischer Luft haben. Aus diesem Umfeld will ich sie zusätzlich zur Trennung nicht auch noch rausholen. Meine 50%-Stelle an einer Hochschule ist ok und vielleicht tut sich beruflich bald noch was ganz neues auf. Und dann doch letztlich der inzwischen Ex-Mann: er ist der Vater der Kinder und die Kinder lieben ihn über alles. Nur weil ich mit ihm nicht mehr zusammen leben kann, will ich den Kindern den Vater nicht nehmen (und umgekehrt), also bleibe ich erst mal in Stuttgart, damit die Kinder die Nähe zum Papa noch haben. Abgesehen davon wäre mir zusätzlich zur Trennung ein Ortswechsel mit neuer Kita, neuem Job und neuer Stadt auch echt zu viel geworden, selbst wenn es in die Heimat zurück geht.

Aus dem „erst mal in Stuttgart bleiben“ sind dann sieben Jahre geworden, ein Ende ist nicht in Sicht. Ich hab den richtigen Zeitpunkt zum Umzug verpasst: die Tochter kam in die Schule, der Sohn kam in die Schule, die Tochter wechselt auf die Weiterführende und der Sohn dann diesen Sommer auch. Die Kinder habe feste Freundschaften, eine stabile und glückliche Beziehung zum Vater und bewegen sich im Stadtteil wie ein Fisch im Wasser. Ich habe kurz nach der Trennung die volle Stelle als Chefin eines Kulturzentrums bekommen und bin nun, nach sechs Jahren, dort so gut gesattelt, dass ich verrückt sein müsste, das aufzugeben.

Ich habe immer noch Heimweh nach dem Rheinland, aber ich habe nicht die Freiheit, umzuziehen. Das ginge nur auf Kosten der Kinder, und der Preis ist zu hoch.

Ich bin immer noch allein, aber ich bin nicht frei.

Die Freiheit, über ein neues Sofa, über die Kindererziehung und das Abendessen zu entscheiden habe ich immer noch. Und mit größer werdenden Kindern haben sich etliche weitere Freiheiten eingestellt: Die Kinder sind in der Schule und ich auf der Arbeit. Die Kinder sind bei Freunden und ich beim Einkauf. Die Kinder sind manchmal beim Vater und ich allein zu Hause. Die Kinder machen alle Wege alleine, übernachten bei Freunden, fahren alleine in Urlaub und brauchen abends keinen Babysitter mehr. Ich kann ein paar Tage nach Berlin fahren oder auf eine Fortbildung, mit ein bisschen Organisationsgefummel geht das. Sieht nach Freiheit für die Mutter aus, ist es aber nicht.

Denn was bleibt, ist die Verantwortung.

Und zwar nicht für das allernächste, für das Abendessen oder die sauberen Ohren. Sondern für die Kindheit, die Gesundheit, das Wachsen, die Zukunft meiner Kinder. Und die trage ich allein.

Die Entscheidung über den Schulwechsel, der Mailwechsel mit dem nervenden Klassenlehrer, die Sorge bei unerwarteten Anrufen. Die verplanten Wochenenden mit doppelten Terminen, aber ohne doppelten Boden. Da sind immer so 2-10 Sachen, die in meinem Kopf rumtanzen und mehr oder weniger Aufmerksamkeit von mir fordern. Wenn ich arbeite, denke ich daran, dass ich auf dem Rückweg noch Salat kaufen und die Schuhe beim Schuster abholen muss. Während ich in der Teamsitzung über Konzepte diskutiere, weiß ich dass seit 14 Uhr die Tochter allein zu Hause ist und mich sicher bald anrufen wird. Natürlich kann ich der Tochter sagen, dass sie den Salat kaufen und die Schuhe beim Schuster abholen soll, und dass sie das tut ist eine Erleichterung. Aber dran denken, dass das getan werden muss, das muss ich. Und ich bin die einzige, die an etwas denkt, und das tue ich die ganze Zeit. Während ich mit Kooperationspartnern neue Projekte abstimme, läuft der Parallelfilm in meinem Kopf: 16 Uhr fährt der Sohn mit dem Bus zum Sport (hat er sein 4erTicket?), 17 Uhr Sport aus, umziehen, Quatsch machen, zurück fahren. Ach Mist, der Freund ist krank, alleine will er nicht zum Sport, ruft an, kurze Diskussion (bleibe ich stur? Erlaube ich das blau machen? Moment ich komm gleich in die Besprechung zurück), er bleibt im Hort und geht um 17 Uhr nach Hause. Auch wenn ich meine Kinder oft von 7-17 Uhr nicht sehe, sind sie präsent in meinem Kopf, besonders intensiv ab Schulschluss. Umso besorgniserregender ist ein Anruf vor Schulschluss, denn dann kann eigentlich nur was passiert sein. Deshalb hat mein Handy immer 100% Akku und ich habe es immer, in jeder Besprechung, mit dabei. Ein Anruf vom Notarzt und dann mit 5% Ladung im Krankenhaus erfahren, dass man nun 48 Stunden mit Kind2 dort bleiben soll und Kind1 bei Freunden unterbringen muss, haben mir als Erfahrung gereicht.

Vollzeit arbeiten mit Ganztagsbetreuung bei Kind2 und Halbtagsbetreuung bei Kind1 ist alles andere als Freiheit. Schonmal gar nicht, wenn man das alles alleine macht.

Natürlich macht der Vater ab und zu Ferien mit den Kindern. Dann hab ich doch meine Freiheit? Nein, denn dran denken, dass er es macht, muss ich. Diese ganzen völlig irrsinnigen 3 Monate Schulferien muss ich alleine disponieren: wann sind die Kinder allein zu Hause, wann mache ich mit ihnen Ferien, wann der Vater, wann arbeite ich und wo könnten sie noch hin in den Ferien? Absprachen mit Freunden und Familien, Sportvereinen und Ponyhof. Da ja spätestens alle 8-10 Wochen Ferien sind, hält alleine diese Planung mich ganzjährig auf Trab. Neben der Frage, wie das alles überhaupt zu finanzieren ist. Alleine Urlaub machen, wenn die Kinder mit dem Vater unterwegs sind? Kann ich mir nicht leisten, denn unser Urlaubsgeld reicht für einen Urlaub zu dritt pro Jahr. Außerdem nutze ich die kinderfreien Wochen, um so viel zu arbeiten wie möglich, weil das mir und den Kindern Fremdbetreuung erspart.

Freiheit, alleine über den Urlaub zu bestimmen? Pustekuchen!

Dann gibt es die Zeiten, die ich mit den Kindern zusammen bin und irgendwie doch nicht. Denn sie sind inzwischen groß genug, ihr eigenes Ding zu machen, aber noch klein genug, dass es doch in gewissem Maße meine Anwesenheit erfordert. Zum Beispiel das beliebte Schwimmen gehen mit Kindern. Als Bademeisterin am Rande meinen Kindern bei ihrer Kindheit zuzuschauen, das ist meine Königsdisziplin. Sie toben rum, sie rutschen, sie schwimmen, sie lachen und sind vollkommen glücklich. Und ich schaue ihnen zu, denn Rutschen, Springen, Toben im Wasser kann ich ungefähr 10 Minuten lang, dann reicht es mir. Das ist auch völlig ok so, denn die Kinder können das drei Stunden lang ohne mich, sie sind ja zu zweit. Ich kann mir natürlich ein Buch mitnehmen, eine Zeitung, mein Smartphone, Häkelzeug. Aber ich bin immer mit einem halben Auge bei den Kindern. Die kommen zwischendurch angerannt und haben Hunger, haben Durst, haben sich gestritten oder wollen wissen wie lange wir noch bleiben. Dies und der Geräuschpegel im Schwimmbad sorgen dafür, dass diese drei Stunden keine echte Qualitätszeit für mich sind. Es sind drei Stunden, die für meine Kinder das absolute Glück sind, die ich als Erwachsene aber mit scheinbarer Entspannung im Bereitschafts-Modus verbringe.

Diese drei Schwimmbadstunden sind ein guter Spiegel für den Level an Aufmerksamkeit, den meine Kinder zur Zeit von mir brauchen: „Wir brauchen Dich nicht immer und in jeder Sekunde für unser Glück, aber es ist gut zu wissen wo Du bist, falls wir Dich brauchen“. Und das ist ja auch gut so, das ist mein Job als Mutter. Aber es gibt eben keine Pause, nie.

Stand-by nennt man das.

Ich bin ständig auf stand-by, was auch bedeutet, dass ich nur selten meine ganze Aufmerksamkeit auf meine Dinge lenken kann. Zum Beispiel in Ruhe einen Text wie diesen hier schreiben. Den habe ich seit gestern nämlich schon 3x angefangen und immer ist irgendwas. Natürlich kann ich sagen „jetzt nicht, ich möchte mich gerade konzentrieren“. Eben aber stand ein bis auf die Unterwäsche pitschnasses Kind vor mir, das meinte sich nicht umziehen zu müssen. Da leg ich selbstredend den Laptop zur Seite, sorge für trockene Klamotten und heißen Tee, frage wie es im Wald war und ob die Erzieher echt nicht wussten, dass Sturm angesagt ist?

Irgendwann sind alle versorgt und ich kann weiter schreiben. Im standby-Modus, bis der nächste hier angeflitzt kommt.

Am Wochenende hat der Sohn oft Besuch von Freunden, sie toben auf der Schaukel im Garten während die Tochter am Telefon mit der Freundin am anderen Ende hängt. Jetzt könnte ich mich an den Laptop setzen und einen Text schreiben. Oder ein Buch lesen. Oder mich entspannen. ZACK fliegt die Tür auf ICH GEH NUR KURZ AUFS KLO zack fliegt die Tür zu. Die Tochter schießt aus dem Zimmer HAST DU SIE NOCH ALLE HIER SO EINEN KRACH ZU MACHEN? Zwar hat sie recht, aber zurück brüllen ist genauso beknackt. Ich schlichte, die Gemüter beruhigen sich. Die Meute will ein Eis, die Meute darf und holt sich ein Eis, lässt die Tür vom Gefrierschrank leider offen stehen, ich putze die Küche. Natürlich ist das bei Familien mit zwei Elternteilen genauso, aber die können sich abwechseln, ich nicht. Irgendwann geht der Freund nach Hause und der Sohn will am Handy spielen. Ich gucke auf die Uhr und die Zeit läuft: eine Stunde Medienzeit ist erlaubt. Allerdings ist Knaller-Wetter „komm wir machen eine Radtour zusammen, ans Handy kannst Du wenn es dunkel ist“. Diskussionen, hin, her, Kompromisse, Radtour, Medienzeit. Während der Nachmittag so über uns hinwegrollt sorgen die Kinder dafür, dass meine Aufmerksamkeitsspanne für mich selber bei ca. 3 Minuten liegt. Selbst wenn ich kurz Zeit für mich habe, läuft wie immer der Parallelfilm im Kopf „Was essen wir heute Abend? Muss ich noch einkaufen? Haben die ihre Hausaufgaben gemacht? …“

Meine Kinder sind keine Fremden, aber ich lebe komplett fremdbestimmt, oder eben korrekter: kindbestimmt. Obwohl ich seit 10 Jahren nicht mehr stille, sind mein Tagesablauf und meine Konzentration nach wie vor von den Kindern abhängig, bzw. an den Kindern orientiert. Ich bin die einzige, die sich darüber Gedanken macht, ob hier irgendjemand heute an der frischen Luft war, was Gesundes gegessen hat, dass wir gemeinsam was machen und wenn ja: was? Ob wir noch einen Film gucken und wenn ja: wann und welchen? Und wann kommen die Kids dann ins Bett und wann müssen die morgen aufstehen, wird das ein anstrengender Tag?

Ich bin der sichere Hafen für die Kinder, ich halte hier die Stellung, wie Christine Finke schreibt. Die Kinder wissen wo ich bin, wann es was zu essen gibt, dass ich sie sicher ins Bett bringe und zur richtigen Zeit wieder raushole. Darauf können sie sich verlassen und das ist auch verdammt wichtig und gut so. Aber es ist ein irrsinniger Kraftakt, das alleine zu leisten, jeden Tag.

Mit ihren 10 und 12 Jahren überblicken die Kinder erst ganz langsam die Komplexität unseres kleinen Familienalltages. Denn es gilt ja nicht nur, die eigenen Termine und Bedürfnisse im Kopf zu haben, sondern auch die der anderen und das alles irgendwie zusammen zu kriegen.

Ich bin nicht frei, ich bin immer auf stand by. Selbst wenn die Kinder zwei Wochen beim Vater sind. Dann entfällt zwar das Alltägliche und das ist eine riesengroße Erleichterung, aber Gesamtverantwortung bleibt. Auch nach den Ferien müssen die Kinder wieder in die Schule, und zwar mit sauberem Schulranzen, gefüllter Vesperdose & Trinkflasche und natürlich einem ganz bestimmten Bleistift (ein Halleluja auf die Listen der Klassenlehrer!).

Selbst wenn ich schlafe, bin ich auf stand by. Unsere Türen sind nachts offen und ich höre die Kinder im Schlaf husten. Dass sie mich nachts rufen, ist zwar selten, aber manchmal steht einfach ein Kind vor meinem Bett, dass vielleicht nichts weiter „hat“ als ein Kuschelbedürfnis. Der Gedanke, dass die Kinder mich dann wach brüllen müssten, schreckt mich ab. Deshalb nehme ich auch nicht die Schlaftabletten, die meine Ärztin mir verschrieben hat wegen meiner Schlafprobleme. Die Angst ist zu groß, dass ein Kind mich ruft oder kotzt oder weint und ich es nicht höre. Das wäre wohl anders, wenn hier noch jemand wäre, aber ich bin eben die einzige, da befördere ich mich ganz sicher nicht mit Medikamenten in die Bewusstseinstrübung. Also schlafe ich wie eine Katze: immer auf stand by.

Das Leben alleine mit Kindern gibt mir vielleicht ein paar Freiheiten, die ich in einer Beziehung nicht hätte. Und genau deshalb sitzen wir auf potthässlichen, aber herrlich bequemen Ledersofas vom Sperrmüll. Aber ich habe die gesamte Verantwortung für die Kinder, und auch mit großen Kindern bedeutet das, immer im auf standby zu sein. Immer.

ZACK fliegt die Tür auf und der Sohn kommt laut singend rein:

Bye bye, ich fühl mich so frei

Ich will nicht mehr heim

Und mir is scheißegal, was morgen kommt

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Immer auf standby. Von wegen alleine und frei.

18 Gedanken zu “Immer auf standby. Von wegen alleine und frei.

  1. Julia schreibt:

    Liebe Annette,

    ich fühle absolut mit, wenn ich deinen Text lese. Als AE ist man immer auf Stand by, immer auf Bereitschaft, rund um die Uhr. Wenn man das jahrelang mitmacht, ist man einfach ausgelaugt. Der Akku ist gerade Mal so voll, um damit über den Tag zu kommen,und irgendwie hat man selten die Möglichkeit den Akku vollständig zu laden.

    Ich bin seit knapp 2,5 Jahren alleine mit meinen zwei Kindergartenkindern. Regelmäßige freie Wochenenden gibt es seit 1,5 Jahren keine mehr. Zwar gibt es nach wie vor kinderfreie Zeiten, aber da bin ich meistens arbeiten. Ich hatte immer gehofft dass es mit der Zeit besser wird, dass man abhärtet und stärker wird. Wird man auch, das merke ich auch selber. Trotzdem ist irgendwann diese Erschöpfung ein Dauerzustand und man nimmt sie gar nicht mehr so wirklich war. Solange bis der Körper streikt. Das alles fühlt sich manchmal an wie ein Marathonlauf. Wenn ich kinderfrei habe, sitze ich nur kurz auf der Bank, danach muss ich weiterrennen.

    Trotzdem muss man sich zwingen sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Jeder kann mal ein Tief haben und sich ausheulen und aufregen. Ich mache mir oft eine Liste mit allen Dingen für die ich dankbar bin. Und in solchen Momenten in denen ich wieder einmal am Boden bin, lese ich mir die Liste durch, um mich besser zu fühlen. Meistens klappt es auch.

    Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft.

    LG Julia

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  2. Martina monse schreibt:

    Hallo
    Ich liege hier wach und sollte eigentlich schlafen da morgen ein neuer Stressiger Tag beginnt . Gestern 2 Listen bekommen nein eigentlich 4 was ich meine Kindern richten und mitgeben muss in die Ferien Betreuung und Jugendalter wo ich Salat machen soll , zum Papa ( das war keine Liste das sollte ja in meinem Kopf sein da ich das unregelmäßigen jede 2 / 3 Woche mache und er total ignoriert das er das bei sich behalten kann …, natürlich für ihn einfach mir einfach wieder am Sonntag einen Riesen Berg Wäsche von 2 Kids mitzubringen… wie ich das hasse diese organisiererei , Planerei immer Mind 10 Sachen auf der wichtigen To do. Liste zu haben von der unwichtigen gar nicht zu reden . Am 1 August wohne ich 1 Jahr alleine und bin am Limit 😞 Nein nie mehr wollte ich zurück, bin megastolz wie toll das meine Kids hingekriegt haben aber die tägliche Routine, de Organisation frisst meine Lebensfreude, meine Lust neues zu planen im Moment völlig auf . Ich will nicht ständig Freunde , Nachbarn und vor allem meine Mutter fragen meinst du du könntest mal schnell , hättest du vielleicht Zeit ? Ich will spontan sein und endlich wieder richtig leben nicht nur auf Sparflamme 🙁 …. ich bin soooo müde aber das Gedankenkarusell was noch alles gemacht werden muss und das ich ja nix vergesse ( Sohn hat morgen Ausflug , Tochter muss Bücher abgeben stoppt nie …) Danke für deinen Blog der mir die Bestätigung gibt das es andere gibt denen es haargenau gleic äh geht . Liebe Grüße

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  3. Vielen Dank für deinen wunderbaren und ehrlichen Text. Ich kann mich absolut wiederfinden. Es ist immer wieder „schön“ zu sehen, dass es so tollen Müttern wie dir ebenfalls so geht und es nicht nur an meiner mangelhaften Planungskompetenz liegt…

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  4. boerseimersten schreibt:

    Wahrscheinlich tust du den Stuttgartern Unrecht. Auch im Rheinland wird man eher keinen Kontakt zu Menschen suchen, die ihre 11/12 Jahre alten Kinder nicht ohne elterliche Überwachung schwimmen gehen
    lassen und die nachts nicht richtig schlafen wollen/können, weil sie sonst ein spontanes Kuschelbedürfnis der „Kleinen“ verpassen könnten.

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    1. mutterseelesonnig schreibt:

      Hat Dir schonmal Kind ins Bett gekotzt? Ach, Du hast zu fest geschlafen? Dann schlaf schön weiter, es riecht nur bissl unangenehm.

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  5. Martina Monse schreibt:

    SO ist es genauso …. Dieser Text passt haargenau und doch wissen wir das wir das Beste für unsere KIds tun und nach bestem Gewissen ihnen beibringen was für ihr Selbstständiges Leben wichtig ist Ich bin erst seit letzten August getrennt und die erste Euphorie phase in denen ich froh war das ich jetzt wirklich alles selber planen darf ebbt ab . Dieses ständige auf Stand bye sein und nicht mal einen Abend weggehen .
    Alles LIebe von mir und vielen Dank für deine tollen Texte . Du bist eine tolle Mutter und wir werden sie vermissen diese stressige Zeit irgendwann …

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  6. Mom_de_Lux schreibt:

    Liebe Mutterseelesonnig,

    Dein Text trifft voll ins Schwarze!

    Natürlich mache ich mir auch Gedanken darüber, dass ich mich darauf vorbereiten sollte, wenn die Kinder flügge werden und dass ich mir (eigentlich) wieder ein eigenes Leben mit eigenen Interessen aufbauen sollte… Nur wann und wie?
    Dazu braucht es einfach Zeit. Es braucht Energie und vor allem: freien Platz im Kopf!!! Und wenn ich mal – ganz selten – nicht auf 24-Stunden Stand-by bin, dann ist da erstmal kein freier Platz im Kopf sondern einfach nur : Erschöpfung, oder Leere.
    Je länger man/frau in einem solchen Dauer-Stand-by funktioniert, desto länger dauert es, bis der Kopf abschalten kann, selbst wenn man mal ein paar Stunden oder sogar Tage (!) „kinderfrei“ hat.

    Und dann kommt der Anspruch an sich selbst: „Du musst Dich jetzt ganz schnell in dieser kurzen Zeit erholen“- ein Widerspruch an sich! Und ausserdem – ganz nebenbei – all die Sachen erledigen, für die Du einen klaren, freien Kopf brauchst und bei denen Du nicht alle zwei Minuten unterbrochen werden willst, wie z.B. die Steuererklärung machen, die Kindersachen der letzten 5 Jahre aussortieren und verkaufen / spenden, Deine Freunde anrufen, die Du ständig vernachlässigst, den angehäuften Papierkram erledigen……. die Liste ist endlos – und zermürbend.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen und ich danke Dir für’s Aufschreiben, für’s Öffentlich-Machen, für die Sensibilisierungsarbeit, die Du für uns Alleinerziehende leistest.

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  7. gitte schreibt:

    ein paar jährchen noch, vielleicht mit mehr oder weniger anstrengender pubertät, dann sind die kinder groß und leben ihr eigenes leben. die zeit vergeht wie im flug. ich schreibe aus eigener erfahrung. alles hat seine zeit. wichtig ist dann, dass man ein eigenes ausgefülltes leben mit eigenen freundschaften hat, damit man sie in liebe loslassen kann. heute bin ich schon oma und kann manchmal nicht fassen, wo die zeit geblieben ist. ich wünsche ihnen ein glückliches leben.

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  8. Katharina Lindner schreibt:

    Hallo, toll geschrieben. Danke für diesen Einblick in deine Verantwortung, dein Leben. Ich sehe wie wenig Platz für dich bleibt…Nicht ohne Grund sagt der Volksmund, braucht es zur Erziehung der Kinder ein ganzes Dorf. Ich finde es auch schade, dass viele nicht füreinander/miteinander da sein können/wollen. Und diese Individualisierung zur Klein-Familie (auch ohne beste Freundin,oder eine nette Tante oder…) bringt es leider mit sich, dass einzelne so schwer/viel tragen müssen.
    Du machst das toll-und ich wünschte dir ein paar rheinische,nette Nachbarn und Du könntest auch nachts besser schlafen.
    Sonst findet man Rheinländer doch auch überall…
    Hugs vom Rhein
    Katta

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  9. Tom schreibt:

    Hallo du Liebe, wie ich dir auf Twitter schon geschrieben habe, bin/war ich genauso drauf wie du. Es war selbstverständlich für mich für Junior DA zu sein. Verantwortung zu tragen, solange mein Akku das mitgemacht hat und solange Junior ( 16 ) dies auch angenommen hat. Er hat sich aber verändert und mittlerweile muss ich mir Gedanken machen, wohin mit meiner Verantwortung und wie verändert sich MEINE Rolle vom Vater sein wieder hin zum Mann sein ( dürfen ). Neben allen alltäglichen Aufgaben – wie du sie so wunderbar aufgeführt hast – Beruf, mal zwischendurch 30 Minuten Luft holen – war da nicht viel mit Mann sein, da auch der kurzfristige “ Spaß “ irgendwann schaal wird. Jedenfalls erging es mir so. Denke, du wirst ggf. auch gelegentlich solche Gedanken haben. Meine praktische Ärztin sagte mir damals: Dieser gesunde Egoismus, auch an sich selbst zu denken, ist enorm wichtig und NIEMALS darf Frau/Mann ein schlechtes Gewissen haben, diesen Egoismus zu haben. Damals schaute ich sie mit großen Augen an. Ich ? An mich denken? Absolutes NoGo. Heute weiss ich: Sie hatte recht. LG Tom

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  10. Bg schreibt:

    Ich bin auch Rheinländer und in Süddeutschland gelandet. Ich kann dein heimweh gut nachfühlen. Aber ich glaube man macht sich da was vor. Das alltägliche Leben ist dort auch nicht anders. Ich hab noch Freunde dort und den Alleinerziehenden dort geht es kein bisschen anders.

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  11. Maya schreibt:

    Danke für diesen großartigen Text! Er spricht mir aus der Seele und spiegelt genau unseren/meinen Alltag wieder (außer, dass meine Kinder leider keinen Kontakt zum Vater haben).
    Manchmal denke ich, ich könnte es mir einfacher machen, wenn mir viele Dinge „egal“ wäre….wie z.B. gesundes Essen, frische Luft, sinnvolle Beschäftigung, vollständige Schulsachen etc……….. Ist es aber nicht und meine Kinder sind mir auch viel zu wichtig, als dass es jemals so weit kommen könnte……also ist man tatsächlich 24/7 damit beschäftigt für und an sie zu denken, wie du es so herrlich treffend beschrieben hast.
    Auch ich habe keine Zeit für mich…..wie gerne würde ich mal ins Fitnessstudio, den Italienischkurs zu Ende bringen, einen Sonntag auf der Couch verbringen……..manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben rast an mir vorbei und ich bin in meinem Hamsterrad gefangen. Das macht mir irgendwie Angst……. ich versuche dann ganz bewußte Zeiten zu schaffen (auch mit meinen Kindern) in denen ich nicht etwas für sie regeln muss, sondern in denen wir gemeinsam etwas erleben, etwas dasss uns allen Spaß macht und bei dem wir die gemeinsame Zeit genießen können…miteinander nicht wie so oft nur gehetzt nebeneinanderher.

    Du hast mit jedem Deiner Worte ins Schwarze getroffen……und auch, wenn ich/wir manchmal nicht wissen, wo uns der Kopft steht, genieße ich unser wuseliges Leben…..denn wenn die Kinder mich eines Tages nicht mehr oder weniger brauchen werde ich erst lernen müssen diese neugewonne Zeit für mich zu nutzen und zu füllen…….. und dann werde ich meine Kinder mit all ihren Zwischenrufen, Flausen im Kopf, unaufgeräumten Zimmern und nächtlichen Kuschelattacken sicher sehr vermissen….

    Alles Liebe für Dich….Du kannst stolz auf Dich sein, weil Du jeden Tag Großartiges leistest:

    LG
    Maya

    Gefällt 1 Person

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