Familienurlaub auf Lanzarote

Letztes Jahr waren wir in der Türkei, was wir dieses Jahr aus politischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht wiederholen wollten. Der Anbieter Renatour hat aber noch andere tolle Familienurlaube im Programm und so habe ich mich darauf verlassen, dass es auch dieses Mal wieder schön und erholsam wird.

Es war meistens schön und meistens nicht erholsam. Ich war mit Rechnen und Geld zählen beschäftigt, was mir den Urlaub echt verleidet hat. Ich habe wirklich ein Jahr lang für den Urlaub gespart und ich bin sicherlich nicht so blauäugig zu denken, dass vor Ort nicht noch weitere Kosten anfallen. Aber mit diesen Summen hatte ich nicht gerechnet, und ich habe sie auch nicht. Ich werde also noch viele Monate dem Urlaub hinterher sparen. Ich habe natürlich vorher Preise verglichen: andere Unterkünfte waren nicht billiger, hatten aber oft schlechte Bewertungen auf Kundenportalen. Renatour hingegen hat gute Bewertungen und achtet auf Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Reisen, was mir gut gefällt.

Ich kann mir das eigentlich nicht leisten, einen Urlaub zu machen, der mir nicht ein Mindestmaß an Erholung bringt. Jetzt sind die Sommerferien vorbei und ich bin müde, erschöpft und pleite.

Natürlich hatten wir auch tolle Erlebnisse, die Kinder und ich. Wir waren in den Feuerbergen von Lanzarote, haben winzige Albino-Krebse gesehen und Höhlen besichtigt, wir haben viel gelesen, gespielt, gequatscht und die Kinder haben auch viel geschlafen (ich nicht, es war zu laut und zu hell). Wir hatten lange tolle Strandtage an einem wirklich umwerfenden Strand. Ich war streckenweise sehr einsam, weil ich erst ganz zum Schluss eine nette Frau kennen gelernt habe, und auch die Kinder hatten eher oberflächliche bis gar keine Freunde, aber die haben sich ja gegenseitig.

Für den Veranstalter Renatour, den ich eigentlich empfehlen kann, habe ich den Urlaub zusammen gefasst, weil die eine Rückmeldung haben wollten. Ich weiß nicht, ob sie es auf ihrer Website veröffentlichen. Nächstes Jahr fahre ich in ein gemütlich großes Haus am Meer mit vielen Freunden und Kindern – wer kommt mit?

Familienurlaub auf Lanzarote

Ich war im August 2016 mit meinen beiden Kindern (9 und 11 Jahre) auf Lanzarote im Centro de Terapia Antroposofica.
Wir haben uns tierisch auf diesen Urlaub gefreut, weil wir 2015 mit Renatour bereits sehr gute Erfahrung in dem Familiencamp Odysseus in der Türkei gemacht haben.
Hier auf Lanzarote war es jedoch etwas anders als im Familiencamp, denn alle reisen irgendwann an und irgendwann ab, was Ferienfreundschaften der Kinder nicht unbedingt unterstützt. Aber wir waren auf Anhieb von der schönen ruhigen Anlage und den beiden tollen Pools im liebevoll angelegten und sehr gepflegten Garten begeistert! Die Kinder haben die ersten Tage praktisch komplett im Pool verbracht.
Das Apartment ist sehr schön eingerichtet mit gemütlichem Sofa und Sessel, großer Terrasse, kleiner, gut eingerichteter Küche und sogar einer Badewanne. Sage und schreibe 3x pro Woche wurde gereinigt, das war für uns der Luxus pur, toll! Als einzige Erwachsene mit zwei Kindern haben die Kinder das Schlafzimmer mit zwei zusammen gestellten Betten bekommen, während ich auf dem Sofa vor einem ordentlich lauten Kühlschrank schlafen durfte. Obwohl wir ein 3-Personen-Appartment gebucht hatten, ist das Wohnzimmer nicht wie das Schlafzimmer verdunkelbar, so dass ich pünktlich mit der Morgensonne wach geworden bin. Das und der laute Kühlschrank standen leider recht konträr zu meinem Erholungsbedürfnis.
Am vierten Tag sind wir das erst Mal an den Strand gegangen, und das hat mich dann negativ überrascht: Der Weg zum Strand war 1km, nicht wie von Renatour angegeben 900m. Klingt kleinlich, aber 100m machen mit Kindern einen gewaltigen Unterschied, zumal der Weg vom Strand zurück 1km BERGAUF ging! Alleine mit zwei müden Kindern bei 30 Grad den Berg hinauf laufen samt Strandgepäck macht wahrlich keinen Spaß. Es war auch kein netter Bummel durch ein hübsches Fischerdörfchen, wie die Beschreibung suggerierte, sondern einfach eine karge heiße Straße bergauf. Wir sind in den folgenden Tagen dann einfach lange am Strand geblieben samt Abendessen, so daß wir erst in der kühlen Abendluft den Aufstieg gewagt haben.
Im Centro lagen Listen mit hauseigenen Kreativ- und Kultur-Angeboten aus sowie Prospekte für Inselausflüge. Diese Angebote waren für uns leider viel zu teuer: Inselspaziergang auf Lanzarote für 35€/Person, Kindertauglichkeit stand gar nicht erst nicht dabei. Selbst mit 50% Kinderermäßigung gehe ich nicht für 70€ mit zwei Kindern spazieren.
Labyrinth-Malen, Origami-Falten, Puppen filzen, Malen mit Pflanzenfarben etc. sah alles wunderschön aus, bei 15-30€/Person für mich als Alleinerziehende mit 2 Kindern allerdings unbuchbar. Der günstigere Poesieabend für 5€ war offensichtlich nur für Erwachsene und auch Eurythmie in der Gruppe für 8€ sah nicht nach Familienveranstaltung aus. Insgesamt war das Angebot eher auf Erwachsene als auf Familien mit Kindern zugeschnitten.
Für das Puppenfilzen haben wir einen Freundschaftspreis bekommen, so dass wir wenigsten EIN Angebot wahrnehmen konnten.
Die Inselausflüge der Firma „First Minute“ lasen sich ganz interessant, waren aber für uns drei mit 67€ für die Südtour zum Nationalpark Timanfaya und „Gratis-Weinprobe“ (spitze: mit zwei Kindern, und bei 33Grad trinke ich um 14 Uhr keinen Wein) zuzügl. Mittagessen und Dromedar-Reiten auch nicht billig. Andere Ausflüge waren noch teurer.
Sämtliche medizinischen und therapeutischen Angebote des Therapiehauses sind für uns ebenso nicht finanzierbar.
Was sehr schön war und uns großen Spaß gemacht hat, war das Klangtheater, quasi eine Märchenstunde, bei dem sämtliche Kinder mitspielen durften, sowie das Singen und der Folklore-Abend. Von solchen Gemeinschaftserlebnissen, bei denen wir gerne eine Spende gegeben haben (aber eben nicht 15€/Person) hätten wir uns mehr gewünscht.
Wir hatten Übernachtung und Frühstück gebucht und wollten spontan entscheiden, ob wir selber kochen oder im Restaurant des Centro oder im Städtchen essen. Die Organisation des Essens im Restaurant war allerdings kompliziert: bis 16 Uhr sollte angemeldet werden, was wir essen. Das war dann z.T. trotzdem nicht da. Spontan zu Abend essen ging nicht, außer Tiefkühlpizza, die gabs immer, lecker… Tapas gabs nicht, obwohl überall angepriesen (oder war das die Tiefkühlpizza?).
Zu Mittag gab es Kanarische Kartoffeln oder Pommes, alles andere waren Hauptgerichte ab 9€ aufwärts, also hier auch keine Tapas. Und natürlich die Tiefkühlpizza, abwechselnd mit Ravioli aus der Tüte. Das ist unser Notfall-Essen zu Hause, wenn ich arbeiten muß und die Kinder alleine sind, für den Urlaub hatte ich mir das anders vorgestellt. Ich war mit den Kindern mal im Hafen von Puerto del Carmen in einer Tapas-Bar: für 20€ hatten wir einen Tisch voller Köstlichkeiten für drei Leute, das hätte ich mir für das Centro sehr gewünscht!
Die Bedienung im Restaurant sprach teilweise kein Wort Englisch oder Deutsch, was bei 80% Deutschen und 20% Engländern und diesem komplizierten System extrem ungünstig ist.
In der Folge sind wir dann einfach lange am Strand geblieben (Aufstieg tagsüber zu heiß, Angebote im Centro eh zu teuer, Essen kompliziert und nicht lecker). Allerdings ist auch ein Strandtag in Puerto del Carmen nicht billig: wenn man nicht im glühenden Sand liegen möchte, ist man für 3 Liegen und 2 Schirme schon 20€/Tag los, dazu Mittag- und Abendessen, dazwischen ein Eis. Also auch ohne Ausflug oder Kreativ-/Kultur-Angebot wird man ohne groß Nachzudenken täglich 50-80€ los, es sei denn wir kaufen beim Lidl um die Ecke ein und kochen sämtliche Mahlzeiten täglich selber. Ohne Spülmaschine im Appartment, beschäftigt mit Einkaufen, Kochen und Abwaschen sinkt dann der Erholungswert weiter ins Minus.
Sämtliche Mitarbeiter des Centro waren sehr freundlich und hilfsbereit! Es wurde geplaudert und beraten und wir haben uns dort gut aufgehoben gefühlt. Die anderen Gäste waren durchweg nette Menschen und die Kinder haben ein paar Freunde gefunden. Das Zielpublikum einer anthroposophischen Ferienanlage ist eben per se wesentlich angenehmer als in einer Pauschal-Ferienanlage vom Billiganbieter. Das Wetter war toll und die Insel ist faszinierend, der Strand ist umwerfend (es gab sogar eine Hüpfburg im Wasser) und der Hafen gemütlich.
Aber durch die beschriebenen Umstände war ich sehr mit Nachrechnen unseres Ferienbudgets beschäftigt bei gleichzeitiger Wahrung eines Ferienerlebnisses (ich möchte mich erholen, gut essen und nicht finanziell zu Grunde richten). Wer nicht aufs Geld schauen muss, kann ganz sicher einen großartigen Urlaub im Centro de Terapia Antroposofica erleben, mit Massagen, therapeutischen Gesprächen, Malen auf Lavasteinen, unvergesslichen Wanderungen über die Insel und weiteren Ausflügen. Dem Anbieter Renatour würde ich dringend raten, die anfallenden Kosten für örtliche Späße wie Ausflüge, Kreativ-/Kulturangebote und auch die Preise im Restaurant näher zu beziffern, damit man eine Entscheidungsgrundlage hat, bevor man solch eine Reise bucht.

 

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Dieser Bericht ist nicht als Werbung gekennzeichnet, weil es keine Werbung ist. Den gesamten Text habe habe ich für meinen Blog geschrieben, den kursiv gesetzten Teil stelle ich Renatour zur Verfügung. Wenn sie ihn veröffentlichen, bekomme ich 10€ als Dankeschön. Ich würde sagen, daß man das beim besten Willen nicht als Honorar bezeichnen kann.
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Familienurlaub auf Lanzarote

5 Gedanken zu “Familienurlaub auf Lanzarote

  1. Christaine schreibt:

    Oh Graus, oh Schreck. Das wäre für mich eine Katastrophe. Seit meine Tochter auf der Welt ist war ich auch nicht ansatzweise in der Lage für uns einen Auslandsurlaub zu buchen. Aber nach langem Sparen ist das tatsächlich für nächstes Jahr angedacht. Wenn ich dann solche Erfahrungen machen sollte wie Du, könnte ich mich gleich beerdigen lassen.
    Ich würde also alternativ mit in das große Familien-Ferien-Haus mit einziehen 😉
    Hoffentlich kannst Du Dich dann im Nachhinein noch ein bisschen erholen, nicht aufgeben, bald sind Herbst-Ferien 🙂

    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. Eva schreibt:

    So. Das klingt zum Kotzen, meine ehrliche Antwort als Touristikkauffrau.
    Und als Alleinerziehende von 3 Kindern.
    Ich bin sehr empfindlich was Touristennepp betrifft. Der hier scheint unter dem Deckmantel Anthropologie dahergekommen zu sein…

    2014 habe ich per Zufall mit einer Freundin Sardinien entdeckt. Zeltplätze ohne Ende, einer davon ca 45 min mit dem Linienbus vom Flughafen Olbia direkt zu erreichen und direkt am Strand. Zelt in den Koffer, für 1 Woche mit dem allernötigsten ausgestattet, jeder hatte sein vollgepröpptes Handgepäck. Aber was brauchst du im Juli /August am Mittelmeer? Eben!
    Es gibt dort ein klasse Restaurant auf dem Platz, wir haben ab und an dort gegessen (große Pizza 5-8€ , Getränke 2-4€) und ab und an selbst gekocht. Mini Supermarkt am Platz. Strandbude mit Pommes, Hamburger (2-5€).
    Wir hatten eine tolle entspannte Woche. Ich auch!!!!
    2016 ging es wieder, allerdings auch traurigerweise nur, weil meine Jüngste zur selben Zeit mit ihrer besten Freundin an die Ostsee durfte. Ich konnte extrem günstige Flüge buchen für uns 3 ab DUS. Zelt nahm meine (dieselbe ) Freundin schon im Auto mit für uns, die war schon da. Campingplatz für 3 Personen Zelt UND ACHTUNG JETZT KOMMTS: 1 Woche Halbpension knapp 600€. Also Wohnen und Essen. Morgens Hörnchen und ne Latte Macciato und Abends Pasta, Pizza/Fleisch und Beilagen. 17€/Person /Tag.
    Tagsüber holten wir uns Oliven, Panini und Tomaten und Kekse im Supermarkt.
    Ich habe in der 1 Woche nur 150€ Nebenkosten ausgegeben für uns 3, hatte null Versorgerstress und irre Spaß mit meinen 2 Großen, die sehr dankbar 1 Woche schnorchelten, lasen, blödelten und einfach mal glücklich waren.
    Und zwischen den lauten italienischen Familien lässt es sich herrlich relaxen.
    Wir hatten unser Gelati, Mitbringsel für die Jüngste und wirklich Sonne und Strand.
    In meinem Blog kannst Du die Geschichte von 2014 lesen.

    Ich möchte dort nächstes Jahr wieder hin. Das ist einfach unschlagbar schön da.
    http://www.villaggiomandragola.com/de/campeggio_0/home.html
    Man sollte einen Platz im Voraus reservieren!
    Das Camping Leben ist relaxed und die Kinder bilden Banden und bewegen sich autark. Man kommt schnell ins Gespräch und die Leute sind locker drauf.
    Vamosreisen haben dort ihr Camp aufgeschlagen und das ist wirklich nett.

    Als klamme Alleinerziehende sollte man immer drauf achten, daß man entweder eine günstige Halbpensionsvariante findet. Hat man nur eine Unterkunft sollte vorher recherchiert werden, ob und wir nah die Versorgungwege sind. Also entweder man reist je nach Ziel mit dem eigenen Auto an, dann kann man zu den günstigsten Supermärkten fahren. Hat man das nicht, muss man sich übers Internet schlau machen und z.B.mit Google Maps schon mal Wege eingeben und abchecken.
    Wichtig ist, dass die Unterkunft möglichst im Ort liegt. Und nicht außerhalb, auch wenn sich Ruhe und Wellness verlockend anhören.
    Und gut sind auch Destinationen, die eventuell noch nicht so überlaufen sind.
    Die Kanaren finde ich z.B. – und dazu ganz besonders Lanzarote – den totalen Touristennepp. Ich fand keine Woche so blöd und übertrieben teuer wie Lanzarote. Dasselbe gilt für Gran Canaria und Fuerte. Das ist alles für die Touristen inszeniert.Teneriffa bietet da noch etwas mehr.
    Besser ist, man sucht sich etwas Ursprünglicheres. Süditalien z.B. Oder Croatien. Oder vielleicht Griechenland.
    Eine Pension, ein Zeltplatz, eine Ferienwohnung, die keine Anstalten machen wollen, dich auszunehmen.

    Liebe Grüße, Eva

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  3. Meine Güte, das ging ja mächtig in die Hose. Ich bin gespannt, wie das bei u s wird, wenn wir im Oktober ganz pauschal als Alleinerziehende mit zwei Kindern nach Mallorca reisen. Wir sind allerdings nicht mit extra Familienanbieter unterwegs, also wierd es doch irgendwie anders als bei dir. Gespart hab ich dafür auch das ganze Jahr und hoffe nun, dass das Budget vor Ort reichen wird.

    Ich wünsche dir, dass du dich schneller als gedacht von diesem Urlaub erholst.

    Viel Glück beim nächsten mal.
    LG Tina

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  4. rona schreibt:

    Wir waren auch schon mit Renatour unterwegs, allerdings noch mit Mann in Portugal. Toll waren die netten und interessanten Leute, die wir kennengelernt haben und die angebotenen Aktionen für Kinder. Weniger toll waren alles in allem die Kosten bei eher mäßiger Unterbringung. Ich gucke mir auch jedes Jahr deren Reisen an, die ja grad auch für AEs angepriesen werden, finde sie dann aber oft zu teuer, wenn man bedenkt, dass bei vielen Reisezielen nicht unerhebliche Kosten vor Ort anfallen (Mietwagen, Essen, Unternehmungen > Gruppendruck). Wir wären gern dabei, wenn Ihr wieder eine Reise plant. Tut mir sehr leid, dass Du Dich nicht wirklich erholt hast. Ich auch nicht. Liebe Grüße!

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