Und wie kommen wir hier raus? Claustrophobia!

Wir waren im Claustrophobia, dem escape room in Berlin.

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Was ist Claustrophobia? Wie ein Computerspiel in echt, manche kennen es unter exit game oder escape room, aber die Regeln sind immer ähnlich: man wird in einen Raum eingeschlossen und muss wieder rauskommen. Das geht, indem man Gegenstände findet und kombiniert. Klingt einfach, ist es aber nicht. Béa Beste hat neulich so ein Spiel in Berlin auf ihrem Blog Tollabea vorgestellt, und da wir im Zuge der Blogfamilia sowieso nach Berlin fahren, haben wir uns voller Enthusiasmus bei Béa nach dem Kontakt erkundigt. Béa hat uns miteinander bekannt gemacht, und so dürfen wir eine Runde spielen, wenn wir dafür einen Bericht darüber schreiben. Aber gerne, bitteschön, hier ist unser Erfahrungsbericht von Phobia:

Für uns Nicht-Berliner war es schon eine Herausforderung, es überhaupt zu finden. Den richtigen Ausgang aus der U-Bahn, den Shoppingcenter Alexa, ganz oben, ganz hinten, noch hinterm Essen.

Als wir rein gekommen sind, haben wir von einer netten Frau Wasser, Kaffee und Kekse bekommen und sie hat uns in die Geschichte eingeführt: Es ist das Jahr 2200 oder so, es gab eine nukleare Katastrophe, die Menschheit ist tot und nur wir sind übrig geblieben. Ganz schön gruselig, dachte die behütende Mutter in mir, aber meine Kinder (9 und 11) fanden das völlig ok. Wir sind in einem Atomschutzbunker, der verriegelt ist und wir kommen nicht raus. Wir sind ganz allein und können auch keinen fragen. Das ist die Geschichte. In Wahrheit gibt es gottseidank einen Knopf für Notfälle, falls Mama umkippt. Und es gibt einen Kopf, mit dem man sich Hilfe holen kann. Wenn wir nicht mehr weiterkommen, drücken wir drauf und kriegen einen Tipp. Wir werden nämlich über Kameras und Mikrofone beobachtet, und falls wir uns total in die falsche Richtung verfransen, kriegen wir einen Hinweis, dass wir was anders machen sollen. Denn: wir haben nur 60 Minuten Zeit! In dem Raum läuft der Countdown, so dass wir immer sehen können, wie viel Zeit uns noch bleibt. Wenn wir es in 60 Minuten nicht schaffen, geht die Tür von selber auf und wir sind wieder im echten Leben zurück.

Wir dürfen kein Handy mitnehmen und keine Fotos machen, damit wir nix verraten können, denn dann machen die Rätsel den nächsten Leuten nach uns ja keinen Spaß mehr. Wir können aber trotzdem eine Menge erzählen!

Wir kommen in den Raum rein und sehen gleich den Countdown mit unseren 60 Minuten. Es ist düster und ein bisschen unheimlich. Wir schauen uns sorgfältig um und finden Sachen, die wir genau untersuchen und auseinander nehmen. Die Kinder haben überhaupt keine Scheu, auch mal kräftiger zuzulangen, was durchaus von Vorteil ist. Mit den Fundstücken können wir andere Dinge öffnen, oder zusammen basteln, oder kombinieren. Aber manche Sachen leider auch nicht. Manchmal gibt es tolle kleine Erfolge und wir kommen in einen richtigen Rausch, weil es weitergeht und sich neue Dinge auftun. Manchmal wissen wir absolut nicht weiter, drücken den Hilfe-Knopf und über Lautsprecher wird uns ein Hinweis gegeben. Aber es ist ganz schön kompliziert, wir tüfteln und diskutieren. Manchmal kommen die Kinder auf raffinierte Ideen, manchmal ich.

Man muss man an Stellen gucken, wo man sonst nicht gucken würde, man muss manchmal Sachen schrotten. Man muss Codes knacken, dann gehen Türen auf, man kommt in einen neuen Raum und der ist wieder voller Rätsel. Man muss mutig sein und alles ausprobieren, auch Sachen die man sich eigentlich nicht traut. Manchmal muss man auch 3x Hingucken, ganz genau. Einmal wollten wir was zerstören, um weiter zu kommen, aber da kam eine Stimme aus dem Lautsprecher „Diese Aktion ist nicht erlaubt“. Manchmal kriegt man wirklich Angst, weil Alarmtöne angehen, Lampen ausgehen, aber man muss sich immer daran erinnern, dass es ein Spiel ist und nix passieren kann. Trotzdem hat meine Tochter gerade zum Ende hin Angst bekommen, wollte noch viel öfter Hilfe holen, damit wir da endlich rauskommen. Es war ja auch ganz schön beklemmend. Mein Sohn hingegen ist zwar jünger, aber wesentlich unerschrockener und überhaupt nicht ängstlich. Er hat verinnerlicht, dass ihm nix passieren kann, und hat munter drauflos gebastelt, zerschlagen, geforscht und gerätselt. Ich als einzige Erwachsene war darin gefordert, die Tochter zu beruhigen, den Sohn in logische Bahnen zu lenken und aufkommende Hektik wegen des drohenden Countdowns zu bekämpfen, bei den Kindern und bei mir.

Es war sehr spannend und aufregend, wir haben sehr viele Rätsel rausgekriegt, aber leider hat uns die Zeit nicht gereicht. Man muss auch sagen, dass uns die Erfahrung fehlte, das hat auch die nette Dame von Phobia bestätigt. Leute, die sowas schon öfter gespielt haben oder viele Computerspiele spielen, gehen geübter vor. Was natürlich toll war, ist, dass sie mit uns das Spiel zu Ende gespielt hat und wir alle Lösungen erfahren haben – sonst würden wir uns wohl heute noch fragen, wie das alles hätte gehen sollen. Wir haben auch erfahren, dass das Spiel vom Schwierigkeitsgrad „mittel“ ist, da wundert es natürlich nicht, dass eine ungeübte Erwachsene und zwei Kinder es nicht geschafft haben, auch wenn angegeben wurde, es wäre für Kinder ab acht Jahren geeignet. Meiner Schätzung nach hätten wir noch mindestens 20-30 Minuten und mehrere Tipps gebraucht, um „von selber“ den Ausgang zu finden. Ich würde empfehlen, noch ein „leichtes“ Spiel zu machen und dies speziell für Kinder und Ungeübte anzubieten.

Danach sind wir wieder in den gleißenden Sonnenschein beim Alex hinaus getreten und meine Kinder haben zum ersten Mal seit 5 Jahren nach einem Mittagsschlaf gefragt! Wir haben dann nach dem aufregenden Countdown einen Sundowner am Spreeufer genossen.

 

 

P.S. auf https://www.escape-game.org/ findet Ihr noch mehr Escape games samt Erfahrungsberichten.

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