Wochenende in Bildern 5./6. März 2016

Samstag früh um 8 Uhr schlafen die Kinder noch, ich mach mir Kaffee. K2 kommt um 8.30 Uhr in die Küche geschlichen und wir frühstücken zusammen. Als K1 wach wird, fahre ich mit dem Sohn im Lastenrad schon zum MRT. Seit dem Sturz am Montag mit dem Kickboard ist das Knie geschwollen und er kann nicht laufen, nur mit Krücken und Schmerzen. Im Wartezimmer gibt’s ein Star Wars-Magazin, und folgerichtig stellt der Sohn fest, dass das MRT wie der Todesstern klingt. Er hat hervorragende 15 Minuten muckmäuschenstill gehalten, und wir wissen jetzt, dass Knie, Knorpel und Kreuzband intakt sind, es ist „nur“ alles gezerrt, geschwollen und voller Ödeme. Also auf zum Markt, ein Eis essen, hurra!

Als wir nach Hause kommen, sitzt die Tochter mit ihren zwei besten Freundinnen auf dem Sofa und es wird Harry Potter Teil 6 geschaut. Na denn, seit beide Kinder an Krücken gehen, gibt es nicht mehr viele Freizeitbeschäftigungen, also setzt der Sohn sich dazu und ich fahre zum Discounter einkaufen. Als ich zurück komme, ist der Film aus und die Damen spielen Trivial Pursuit, K2 ist stinkig weil sie ihn nicht mitspielen lassen, die Hühner. Also spiele ich mit ihm Monopoly. Später zwitschern die Damen ab, um bei den Nachbarn Mittag essen zu gehen (cool!). Noch später bringe ich den Sohn im Lastenrad zu seinem Freund und nehme auf dem Rückweg die Tochter , die mit ihrem gebrochenen Fuß noch immer nicht laufen kann, samt Freundinnen mit nach Hause. Weil nicht alle drei Mädels in die Karre passen, fahre ich 2x, was egal ist, denn es sind nur 500 Meter den Berg hoch. Aber es macht einen riesen Spaß, dank E-Motor!

Zu Hause spielen die Mädels Vorpubertät und machen die Tür zu, ich kann endlich etwas arbeiten, die Katze hält für mich Mittagsschlaf. Abends sind alle weg und wieder da und wir drei schauen zusammen „Rico, Oskar und die Tieferschatten“: was für ein schöner Film! Die Tochter kann nicht einschlafen, weil der Fuß schmerzt, und so liege ich mit beiden Kindern auf dem Matratzenlager im Wohnzimmer, wo sie seit ihrer Unfälle (bei mir) schlafen. Nachdem mir beide Kinder und beide Arme eingeschlafen sind, krieche ich vorsichtig in mein Bett.

Sonntag bin ich wieder lange vor den Kindern wach und trinke alleine meinen Kaffee, bis ich mich beobachtet fühle: die Katze kommt nach Hause.Der Sohn kommt wie immer als erstes, und nach unserem Frühstück werden Playmo-Männchen über die Butter geschanzt. Nach dem Frühstück finde ich die Sportler völlig erschöpft auf der Wäscheleine. Die Tochter schläft lange, schafft es gerade zur Maus und dann bringe  ich sie mit dem Rad zum Kindergeburtstag. Es geht in Serpentinen den Berg rauf, und sowohl der Motor als auch ich kommen mit dem 50kilo-Kind samt Gipsfuß an die Grenzen. Zurück zu Hause schnauzen mich tatsächlich die Nachbarn an, mein Fahrrad stünde auf ihrem Parkplatz und sie könnten nicht mehr einparken. Das Rad steht unter einem 1 Meter hohen Balkon, ich habe keine Ahnung, wie die ihr Auto da drunter kriegen wollen. Das Ganze erinnert mich sehr an die Debatte von Papa Pelz in seiner Kita um seinen Fahrrad-Anhänger. Ich erkläre diesen Unholden, dass ich gerade zwei Kinder an Krücken habe, dass das meine einzige Möglichkeit ist, die Kinder zu transportieren, dass ich nur dort das Rad einigermaßen regensicher anschließen kann und in 2 Wochen alles vorbei ist. Die haben kein Einsehen, also schnauze ich einfach“Das Rad bleibt da stehen!“ und gehe. Gottseidank bin ich gut mit der Vermieterin befreundet!

Zu Hause spiele ich mit K2 das Monopoly zu Ende und denke an die Idee von Christine Finke mit dem Eltern-Monopoly. Meine Ereigniskarte lautet gerade „Sie haben 2 kranke Kinder an Krücken, Sie haben kein Auto, Sie sind alleinerziehend, Sie sind Vollzeit berufstätig. Bitteschön: hier ist Ihre Arschkarte, Sie dürfen sie in den nächsten 5 Runden behalten!“. Auf der Gemeinschafts-Karte steht „Ihr Ex-Mann bekommt mit seiner Freundin ein Baby. Der Sommer-Urlaub für die Kinder in diesem Jahr fällt deshalb aus. Zahlen Sie 500€ in die Urlaubskasse und gehen Sie 5 Karrierefelder zurück.“. Ich schiebe diese doofen Gedanken beiseite und habe Spaß mit meinem eifrig Geld-zählendem Sohn.

Während der 9jährige Gewinner-Typ, der mir mein ganzes Geld, meine Häuser und Strassen abgenommen hat, sich später zum Sonntags-Bad zurück zieht, backe ich 36 Muffins. Die Tochter wird morgen 11 und die Waldorfschulen sind ja mit großen Schulklassen gesegnet. Abends bringt die Tochter von ihrer Party ganz entzückendes Oster-Gebastel mit, welches mich für die bevorstehende Party dezent unter Druck setzt. Werde morgen mal bei Tollabea stöbern, was wir nächste Woche Verrücktes basteln. Auf dem Weg zum Wohnzimmer stelle ich fest, wie makaber der eine Schuh und die Krücken im Flur aussehen. Mannomann.

Abend gucken wir zusammen „Rico, Oskar und das Herzgebreche“, ich liebe diese Filme seit diesem Wochenende! Im Bett schauen wir später das Neugeborenen-Album meiner Tochter an. Mama hat viel weniger Falten und knutscht mit Papa. Ich schlucke, den Kindern fällt’s im Geburtstags-Wahn nicht auf (Papa mit Baby, hallo?!) und ich liebe ihren Egoismus in diesem Augenblick.

Jetzt schreibe ich die letzten Zeilen an diesem Text und die Tochter kommt zum zweiten Mal aus dem Bett. Abends tut der Fuß weh und sie kann eigentlich nur in meinem Arm einschlafen. Ich komm später, Schatz, ich will das hier noch fertig kriegen.

*****

Bei Susanne Mierau auf Geborgen Wachsen gibt’s noch mehr Wochenenden in Bildern.

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2 Gedanken zu “Wochenende in Bildern 5./6. März 2016

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