ab in den Urlaub

Trennungskinder haben’s gut. Wenn’s gut läuft, haben sie doppelt Weihnachten, doppelt Ostern und doppelt Urlaub.

Da ich dieses Jahr dem Kindsvater ein exaktes Zeitfenster diktiert habe, in dem er die Kinder während der Schulferien hat, hat er auch mit ihnen Urlaub gemacht.

Exkurs: Letztes Jahr hab ich das nicht gemacht, weil die Schließzeiten im Hort mit meinem Urlaub genau gepasst haben. Da hat er dann keinen Urlaub mit den Kindern gemacht, sie waren 4 Wochen im Hort und 2 Wochen mit mir weg. Ohne Zwang oder klare Ansage kommt der Mann einfach nicht auf die Idee, mit seinen Kindern Urlaub zu machen. Ich bin schätzungsweise die einzige Exfrau, die dem Mann die Kinder regelrecht aufschwatzen muss. Wenn ich das nicht mache, freut er sich über kinderfreie Zeit, die er mit seiner Trulla genießen kann.

Dieses Jahr also mal Urlaub mit Papa und dann Urlaub mit Mama, nicht schlecht.

Der Vater ging auf eine Segeltörn nach Holland. Ohne Ausweise, ohne Krankenkassenkarten, ohne irgendwelche Unterlagen über die Existenz der Kinder, und ohne mir eine Adresse oder Kontaktmöglichkeit zu hinterlassen. Ich hab dann gegoogelt, wo die sind, und da der Typ jede Tasse Kaffee auf facebook posten muss, konnte ich nachvollziehen, in welchem Land meine Kinder sich aufhalten.

Ich fliege mit den Kids in die Türkei, der Vater erkundigt sich umgekehrt weder nach Urlaubsadresse, Fluggesellschaft, Stadt oder sonstiger Kontaktmöglichkeit.

Ist er verantwortungslos oder „einfach nur“ der völlig gedankenlos? Wie hätte der im Zweifel eigentlich glaubhaft gemacht, dass das seine Kinder sind, wie die heißen, ob und wie die versichert sind? Wer hätte mich kontaktiert, wenn denen was passiert wäre? Da ich einen anderen Nachnamen als meine Kinder habe, frage ich mich, wie überhaupt jemand rausfinden soll, wer die Mutter der Kinder ist.

Umgekehrt: warum interessiert es den Mann nicht, wo und wie seine Kinder Urlaub machen? Soll ich das als 1000%iges Vertrauen in mich werten?

Übrigens kommt er natürlich nicht im Traum darauf, uns mit seinem fetten Benz zum Flughafen zu bringen. Wir leben in derselben Stadt, 15 Minuten voneinander entfernt. Während ich mit den Kindern, Koffern und Rucksäcken per S-Bahn zum Flughafen zuckel, genießt er mit seiner Freundin endlich mal ein kinderfreies Wochenende. War ja auch anstrengend, die 14 Tage mit den Kindern.

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